„90 Prozent des Wachstums finden außerhalb von Europa statt“, sagte die CDU-Politikerin. „Insofern müssen wir uns sputen und alles dafür tun, dass wir unseren Mehrwert auch wirklich nutzen.“ Europa dürfe die nächste industrielle Revolution nicht verschlafen.Diese wird durch das Branchentreffen in der niedersächsischen Landeshauptstadt unter dem Motto Industrie 4.0 thematisiert. Der Begriff meint das Verschmelzen der digitalen, softwaregetriebenen Welt mit der Produktion. Merkel sagte: „Die europäischen Fähigkeiten müssen in diesem Bereich eher ausgebaut werden.“ Sie riet zur Offenheit beim Zusammenwachsen der klassischen Industrie mit der digitalen Welt: „Vertragen Sie sich, seien Sie neugierig auf das, was kommt, und hängen Sie nicht zu sehr an Ihren alten einzelnen Branchen.“ Der Mensch dürfe dabei aber nicht aus den Augen verloren werden. Sie sei gespannt, wann der erste Betriebsrat einer sich selbst organisierenden Fabrik gegründet werde.Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, schlug in dieselbe Kerbe. Es sei entscheidend, den Wandel der Arbeitswelt im Zuge einer sich digitalisierenden Industrie nicht aus den Augen zu verlieren. So würden etwa Fachkräfte wichtiger, die an den Schnittstellen zwischen den klassischen Ingenieurswissenschaften und der Softwareprogrammierung arbeiten. Grillo sprach zudem die Sorgen der Industrie angesichts des Zankapfels Energiewende an: „Zukunft braucht Verlässlichkeit. Das gilt vor allem für die Energie.“ Er warnte, andernfalls werde es eine schleichende Abwanderung energieintensiver Unternehmen geben.dpa