Freitag, 22. Mai 2020

INPS in Kritik: Massiver Rückstand

Staatliche Corona-Hilfsregelungen sorgen bei den hiesigen Sozialpartnern für Kopfzerbrechen – und was das gesamtstaatliche Fürsorgeinstitut INPS angeht, für herbe Kritik.

Die INPS steht auch in Südtirol unter Kritik (Symbolbild).
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Die INPS steht auch in Südtirol unter Kritik (Symbolbild). - Foto: © ANSA / STRINGER
Aber der Reihe nach: Für all jene, deren Arbeitslosenunterstützung zwischen 1. März und 30. April ausgelaufen ist, hat der Staat eine Verlängerung um 2 Monate vorgesehen. Das betrifft in Südtirol rund 10.000 Saisonsarbeiter. Zu diesem Punkt gibt es ein großes Aber.

„Denn der Staat sieht zwar die Verlängerung des Arbeitslosengeldes um 2 Monate vor, dekretiert aber gleichzeitig, dass der, der in dieser Zeit die 600 Euro als Bonus bekommen hat, kein Arbeitslosengeld mehr kriegt. Das ist absurd“, kritisiert Landesrat Philipp Achammer.

Denn keiner habe im März oder April wissen können, dass der Staat im Nachhinein die Nicht-Kumulierbarkeit vorsehen werde.

Daher werde man jetzt überprüfen, „ob dieser Bonus mit dem zustehenden Arbeitslosengeld gegenverrechnet werden kann. Sonst muss Südtirol einen eigenen Weg gehen“, sagt ASGB-Vorsitzender Tony Tschenett.

„Viele haben seit März keinen Cent gesehen“

Scharfe Kritik gab es am Donnerstag für das gesamtstaatliche Fürsorgeinstitut NISF/INPS und dessen Verwaltung des Solidaritätsfonds des Landes. Dieser Landesfonds wird nach gesamtstaatlichen Prozeduren übers INPS abgewickelt.

„Das INPS ist mit der Auszahlung des Lohnausgleichs für Betriebe mit weniger als 5 Angestellten massiv im Rückstand, zumal die Betriebe selbst die Direktzahlung nicht vornehmen dürfen“, kritisieren Achammer und Tschenett unisono.

Hier seien 2 Monate vergangen, „und die Leute haben seit März noch keinen Cent gesehen. Das kann nicht sein. Das lokale INPS trifft hier nicht die Schuld, sondern auch das ist ein gesamtstaatliches Problem. Auch das Trentino hat dasselbe Problem“, so Achammer.

Sowohl er als auch Tschenett raten den Arbeitern, sich bei der eigenen Bank um die spesenfreien 1400 Euro zu bemühen, die als Vorschuss auf den Lohnausgleich gelten und mit diesem dann verrechnet werden.

Punkt 3 beim Treffen am Donnerstag betraf eine Ausstockung des Lohnausgleichs auf 1200 Euro. „Hier erarbeiten wir einen neuen Text, weil wir bei der Integration des Lohnausgleichs nach dem Ausmaß der Arbeitsstunden im Lohnausgleich vorgehen möchten. Wer mehr im Lohnausgleich ist, soll mehr von den 300 Euro für die maximal 160 Stunden Lohnausgleich im Monat erhalten“, so Tschenett.

Eine technische Arbeitsgruppe soll hier den Text ausformulieren. „Ich teile dieses Prinzip, wonach der am meisten bekommt, der am prekärsten dran ist. Zudem muss es zügig gehen“, betont Landesrat Achammer.

lu

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