In Europa sind heuer weniger Äpfel geerntet worden. Der Rückgang beläuft sich auf 11,5 Prozent, zeigt der aktuelle Bericht der Weltvereinigung für Äpfel und Birnen (WAPA), der anlässlich der gestrigen Eröffnung von „Interpoma“ vorgestellt wurde. <BR /><BR />Fachleute aus aller Welt versammeln sich in den kommenden Tagen in Bozen zur bedeutendsten internationalen Fachmesse der Apfelwirtschaft, um über neueste Technologien und die Zukunft der Branche zu diskutieren. „Diese Zukunft wird sich zunehmend mit den Folgen des Klimawandels auseinandersetzen müssen“, betonte Philippe Binard, Generalsekretär der WAPA, während der Eröffnungsfeier. Bereits jetzt seien die Auswirkungen der veränderten klimatischen Bedingungen spürbar. „Extremwetterereignisse haben in weiten Teilen Europas zu erheblichen Ernteeinbußen geführt“, erklärte Binard.<BR /><BR />Laut aktuellen Prognosen der WAPA, die bei der Eröffnung vorgestellt wurden, wird die europäische Apfelproduktion in diesem Jahr voraussichtlich 10,2 Millionen Tonnen betragen – ein Rückgang im Vergleich zu 2023. Besonders schwer betroffen ist Polen, der größte Apfelproduzent Europas, mit einem Rückgang von 20 Prozent. „Frost verursachte massive Schäden, und später führte starker Wind zu einer unzureichenden Bestäubung“, erläuterte Dominik Wozniak von den polnischen Apfelproduzenten (TRSK RAJPOL).<BR /><BR />Die jüngsten Erhebungen Ende Oktober untermauern diesen Trend. Neben Polen verzeichnen vor allem Tschechien (minus 76 Prozent) und Österreich (minus 49 Prozent) einen deutlichen Rückgang der Erntemengen. In Italien hingegen zeigt sich die Lage stabiler: Hier wird mit einer Ernte von 2,24 Millionen Tonnen gerechnet, was einem Anstieg von 4 Prozent entspricht.<BR /><BR />Während die Apfelproduktion in Europa rückläufig ist, wird in China, dem weltweit größten Apfelproduzenten, ein leichter Anstieg erwartet. Die Prognosen gehen von einer Ernte von etwas mehr als 40 Millionen Tonnen aus (Plus 2 Prozent). In den USA hingegen wird ein Rückgang von 5 auf 4,6 Tonnen erwartet (minus 8 Prozent).<BR /><BR />„Die Interpoma ist einer der wichtigsten Treffpunkte, um über die Zukunft des Apfelanbaus zu sprechen“, erklärte Greti Ladurner, Präsidentin der Messe Bozen, bei der Eröffnung. Hier kämen Wissenschaft und Produktion in einen fruchtbaren Dialog. „Die Interpoma gewinnt mit jeder Ausgabe an Bedeutung und Sichtbarkeit“, ergänzte Georg Kössler, Präsident des Südtiroler Apfelkonsortiums. Die Messe läuft noch bis einschließlich Samstag.