„Wir haben keine Pläne, in Italien weiter zu wachsen“, antwortete Intesa-Chef Enrico Cucchiani der Zeitung „Corriera della Sera“ vom Sonntag auf die Frage nach einem Einstieg bei MPS. MPS muss bis Ende Juni 3,3 Milliarden Euro auftreiben, um die strengeren Kapitalauflagen zu erfüllen. Italiens drittgrößte Bank könnte selbst zum Übernahmeziel werden, weil ihr Hauptaktionär selbst mit Finanzsorgen zu kämpfen hat. Die Stiftung, die 46 Prozent an MPS kontrolliert, könnte nach Auskunft aus Kreisen, die mit der Situation vertraut sind, gezwungen sein, einen 10- bis 15-prozentigen Anteil an der Bank zu verkaufen.Intesa-Chef Cucchiani kündigte in dem Interview zugleich an, dass sein Institut mit Geldern aus einem Drei-Jahres-Leihgeschäft der Europäischen Zentralbank (EZB) auch italienische Staatsanleihen kaufen werde. Im Kampf gegen eine drohende Kreditklemme hatte die EZB im Dezember Europas Banken mit einer beispiellosen Geldspritze von fast einer halben Billion Euro flüssig gehalten. Von den 489 Milliarden Euro, die von der Zentralbank ausgeteilt wurden, gingen 116 Milliarden an italienische Institute. Ministerpräsident Mario Monti hatte die heimischen Banken aufgerufen, mit Hilfe der Gelder mehr Staatsanleihen seines angeschlagenen Landes zu kaufen. Ein zweites EZB-Geschäft dieser Art gibt es Ende dieses Monats.apa/reuters