Nun ist ein beschleunigter Übergang zum Nachfolge-Standard notwendig. Private Nutzer müssen sich aber keine Sorgen machen. Die Anbieter von Internetzugängen haben zugesagt, dass sie in der Übergangsphase beide Protokolle unterstützen werden.IP-Adressen werden für jedes Gerät im Internet benötigt. Die Zahl der verfügbaren IP-Adressen nach dem bislang zu mehr als 99 Prozent verwendeten Standard IPv4 ist auf 4,3 Milliarden beschränkt. Der bereits Ende 1995 festgelegte Nachfolger IPv6 ermöglicht eine nahezu unendlich große Zahl dieser Kennzahlen. Jetzt gerät die Umstellung auf das neue Protokoll unter Zeitdruck.Die letzten fünf Blöcke von IP-Adressen wurden symbolisch an Vertreter der Vergabestellen in den Kontinenten vergeben. Faktisch wurden die letzten beiden Blöcke bereits zuvor der Vergabestelle für den asiatisch-pazifischen Raum (APNIC) zugeteilt. Damit gehe ein Kapitel der Geschichte zu Ende, erklärte die IANA (Internet Assigned Numbers Authority).Während einer Zeremonie in Florida nahm der Leiter der europäischen Vergabestelle RIPE, Axel Pawlik, die letzten IP4-Adressen symbolisch in einem Umschlag entgegen. Die Vertreter der regionalen Vergabestellen erklärten, jetzt komme es darauf an, die Umstellung auf den neuen Standard IPv6 zügig umzusetzen. Der Vertreter für Lateinamerika und die Karibik wies darauf hin, dass in dieser Region erst 35 Prozent der Bevölkerung im Netz angekommen seien.Bei der IANA ist der IPv4-Adressraum nun erschöpft. Die regionalen Vergabestellen wie RIPE in Amsterdam können Telekommunikationsanbieter voraussichtlich noch bis Juni mit IPv4-Adressen versorgen, bis diese dann ebenfalls aufgebraucht sind.Viele Netzbetreiber haben bereits einen Teil der für die Umstellung auf IPv6 erforderlichen Arbeiten abgeschlossen. Experten kritisieren aber, dass dies zu langsam geschehe. Der Präsident des IT-Branchenverbands Bitkom, August-Wilhelm Scheer, erklärte am Donnerstag, noch längst nicht alle Internet-Provider seien in der Lage, ihren Kunden Dienste auf Basis von IPv6 anzubieten.Es sei sinnvoll, nur noch Hardware und Programme zu kaufen, die den neuen Standard unterstützten, sagte Scheer. Am 6. Juni soll es einen weltweiten Feldtest geben, bei dem viele Web-Angebote über den neuen Standard zu erreichen sein werden.dpa