<BR />„Das Ziel der Regierung ist es, die Steuern auf faire und nachhaltige Weise zu senken“, hatte Regierungschefin Giorgia Meloni schon vor Monaten angekündigt. Nachdem bereits 2024 die Zahl der Einkommensteuersätze von vier auf drei reduziert worden war, will die Regierung nun einen Schritt weitergehen und die „Mittelschicht, das Rückgrat des italienischen Produktionssystems“, entlasten. <h3> Kosten von fünf Milliarden Euro</h3>Konkret ist vorgesehen, dass der mittlere IRPEF-Steuersatz von 35 auf 33 Prozent gesenkt wird. Gleichzeitig soll dieser künftig nicht mehr nur für Jahreseinkommen bis 50.000 Euro gelten, sondern für Einkommen bis 60.000 Euro.<BR /><BR />Laut Berechnungen der gesamtstaatlichen Stiftung der Steuerberater würde diese Maßnahme den Staat rund fünf Milliarden Euro kosten und etwa 12,6 Millionen Steuerzahler betreffen.<BR /><BR />Das klingt zunächst gut, doch wie viel Geld bliebe den Bürgern tatsächlich mehr in der Tasche?<h3> 20 bis 440 Euro mehr im Jahr</h3>Eines gleich vorweg: Für die meisten betroffenen Steuerzahler würde sich mit der Reform ihre finanzielle Lage nicht groß verändern. Denn nach den Berechnungen der Stiftung der Steuerberater fällt der Großteil – 9,6 Millionen Steuerzahler - in die Einkommensklasse von 28.000 bis 50.000 Euro. Sie können aber nur mit einem Plus von 20 bis 440 Euro jährlich rechnen - das entspricht bescheidenen 1,70 bis 36,70 Euro im Monat. <h3> 540 bis 1.440 Euro mehr im Jahr </h3>Größer wäre der Vorteil für die Einkommensstufe von 50.000 bis 60.000 Euro, für die dann ebenfalls der Steuersatz von 33 Prozent gelten würde: Hier würde die Entlastung zwischen 540 Euro (bei einem Einkommen von 51.000 Euro) und 1.440 Euro (bei 60.000 Euro) liegen. Das entspricht 45 bis 120 Euro im Monat. Davon betroffen wären laut den Berechnungen der Steuerberater aber nur rund 940.000 Steuerzahler.<BR /><BR />Für noch höhere Einkommen ergäbe sich ebenfalls ein finanzieller Vorteil von 1.440 Euro im Jahr – unabhängig davon, ob jemand 80.000 Euro oder eine Million verdient. In diese Einkommensstufe schaffen es rund 2,1 Millionen Italiener.<h3> Finanzierung noch offen</h3>Völlig offen ist allerdings – wie so oft –, woher der Staat die Mittel für diese Steuersenkung nehmen will. Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti hat bereits zur Vorsicht gemahnt: Die unsichere internationale Lage mache langfristige Planungen schwierig, erklärte er.<BR /><BR />Schon im Vorjahr wollte die Regierung den IRPEF-Satz auf 33 Prozent senken und die Zahl der Begünstigten auf Einkommen bis 60.000 Euro ausweiten. Weil damals die Finanzierung fehlte, wurde das Vorhaben auf dieses Jahr verschoben. Ob es nun tatsächlich umgesetzt wird, dürfte sich in den nächsten Monaten zeigen.