Freitag, 09. Oktober 2015

Islamisches Finanzunternehmen Noorassur wächst in Frankreich rapide

Das junge islamische Finanzunternehmen Noorassur wächst in seinem Gründungsland Frankreich deutlich schneller als erwartet.

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Noch in diesem Jahr will das Unternehmen bis zu 20 Filialen eröffnen, die gemäß dem islamischen Gesetz der Scharia mit Krediten und Versicherungen handeln, wie Gründerin Sonia Mariji am Freitag der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Ursprünglich sollten maximal fünf Zweigstellen eröffnet werden. Im islamischen Finanzwesen sind beispielsweise Zinsen und Spekulation nicht gestattet. Zudem verbietet es Investitionen in als gesellschaftlich schädlich erachtete Geschäftsfelder wie Alkohol, Tabak, Waffen oder Glücksspiel.

"Mehr Zuspruch als erwartet"

„Wir haben deutlich mehr Zuspruch erhalten als vermutet“, sagte Mariji. Noorassur, das zuvor nur im Internet und über Zwischenhändler aktiv war, eröffnete erst Ende August die erste eigene Filiale in Chelles bei Paris.

Als nächstes sollen unter anderem in Lyon, Bordeaux und Toulouse Zweigstellen eröffnen. „Das islamische Finanzwesen spielt weltweit schon eine wichtige Rolle“, sagte Mariji. In England sei es beispielsweise schon recht etabliert und schaffe Arbeitsplätze. Mariji erwartet, dass auch mit jeder neuen Noorassur-Filiale vier bis fünf Jobs entstünden.

In Deutschland bietet seit Juli die KT Bank ihren Kunden nach islamischen Prinzipien verwaltete Konten an. Das weltweite Handelsvolumen islamischer Banken schätzt sie auf circa zwei Billionen Dollar – wobei das Geschäft erheblich schneller wachse als das der konventionellen Banken. Deutsche Verbraucherschützer betrachten das Geschäftsmodell als grundsätzlich positiv.

Noorassur-Gründerin Majiri hofft inzwischen, noch 2016 bis zu hundert Zweigstellen eröffnen zu können. Dabei setzt sie nicht nur auf muslimische Interessenten: Schon jetzt seien zwischen 15 und 20 Prozent der Kunden keine Muslime, sagte sie.

dpa

stol