<BR /><BR />Zuerst die Dampfmaschine, dann die Elektrizität, dann die Computer – und nun rollt mit der Künstlichen Intelligenz die nächste industrielle Revolution über die Arbeitswelt. Spätestens seit der Einführung von ChatGPT, Gemini und Co. ist die KI im Arbeitsalltag vieler Menschen angekommen – und mit ihr die Sorge, dass KI die menschliche Arbeitskraft nicht nur unterstützt, sondern schrittweise ersetzt. Gibt es aber so etwas wie KI-sichere Berufe?<BR /><BR /><embed id="dtext86-75602690_quote" /><BR /><BR />„Sicher vor KI ist im Prinzip niemand“, sagt Personalexperte Hermann Troger. Technisch lasse sich fast alles automatisieren – die einzige Grenze sei der Faktor Mensch. Ein Roboter kann zwar jeden noch so unsympathischen Gast im Café bedienen und ein Chatbot kann noch so gute psychologische Tipps geben, doch ob der Mensch das auch will, sei eine andere Sache. „Wir sind soziale Wesen und wir brauchen soziale Interaktion“, so Troger. Daher wird KI die Arbeit in Berufen, in denen die Zwischenmenschlichkeit im Mittelpunkt steht – wie bei Pflegekräften, Kellnern oder in personenbezogenen Dienstleistungen – nur schwer ersetzen können; eingreifen wird sie aber auch dort.<BR /><BR />„Es geht also weniger um die Frage, ob man sicher vor der KI ist, sondern darum, welche Chancen man mit ihr hat und wie man sie nutzen kann“, erklärt Troger.<h3>Welche Fähigkeiten sind in Zukunft gefragt?</h3>Mit der KI-Revolution verändern sich auch die Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt. Galten gute Excel-Kenntnisse lange Zeit als verlässlicher Trumpf im Lebenslauf, rücken nun andere Kompetenzen ins Scheinwerferlicht.<BR /><BR />Dazu zählt vor allem Empathie. „Aufgrund der Tatsache, dass wir soziale Wesen sind und wir zwischenmenschlich interagieren, braucht es Empathie, die uns die KI eigentlich verlernen lässt“, so Troger. Dasselbe gelte für die Kommunikation: „Diese sollte sich nicht nur auf das Chatten beschränken. Es ist wichtig, aktiv zuzuhören, rezeptiv zu sein.“<BR /><BR />Zu den wichtigsten Schlüsselqualifikationen der Zukunft zählt laut dem Personalexperten außerdem Achtsamkeit – „also im Augenblick zu bleiben und den Moment bewusst wahrzunehmen, was durch die Vielfalt der Einflüsse und Schnelllebigkeit immer schwerer geworden ist“ –, ebenso wie Veränderungsbereitschaft und die Fähigkeit, lebenslang zu lernen.<BR /><BR />Nicht zuletzt gewinnen digitale Souveränität und Selbstreflexion an Bedeutung. Statt die Kontrolle an die Technik abzugeben, gelte es, einen kompetenten Umgang mit KI zu entwickeln: präzise zu prompten, Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und richtig einzuordnen.<BR /><BR />Die gefragtesten Kompetenzen der Zukunft sind also jene, die wir durch den technologischen Fortschritt zu verlernen drohen. Darauf gilt es, vor allem die kommenden Generationen vorzubereiten. Das Bildungssystem müsse sich in dieser Hinsicht noch anpassen, meint Troger.