Mittwoch, 07. September 2016

Italien drängt auf europäischen Fonds gegen Arbeitslosigkeit

Italien will bei der EU einen Vorschlag zur Einführung eines mit 50 Milliarden Euro dotierten Fonds einreichen, mit dem die EU-Länder bei der Überwindung von Wirtschaftskrisen und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit aktiv unterstützt werden sollen. Dies berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ am Mittwoch.

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Ziel des italienischen Vorschlags sei es, Arbeitslosengelder und Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigung zu finanzieren. Die Länder, die auf den Fonds zurückgreifen, sollen die Finanzierungen in den darauffolgenden fünf Jahren zurückzahlen.

Damit will man verhindern, dass Arbeitnehmer, die ihren Job verlieren, zu lange arbeitslos bleiben. „Wir wollen vermeiden, dass krisenbedingte Arbeitslosigkeit zu einer strukturellen Arbeitslosigkeit wird“, verlautete in Regierungskreisen in Rom.

Mit dem Fonds soll für einen Zeitraum von bis zu acht Monaten 40 Prozent des letzten Gehalts der Arbeitslosen gedeckt werden. „Damit könnte man das Vertrauen der Arbeitnehmer in das europäische Projekt stärken“, hieß es in Rom. Der Fonds soll unter anderem mit Anleihenemissionen finanziert werden. Auf den Fonds sollen Länder zurückgreifen können, die mit Beschäftigungsrückgängen von über einem Prozent in einem einzigen Jahr konfrontiert sind.

Die italienische Regierung bemüht sich, die soziale Ausgrenzung zu bekämpfen. 1,7 Milliarden Euro will das Kabinett um Premier Matteo Renzi zur Erhöhung der Mindestpensionen ausgeben. Davon würden 1,68 Millionen Menschen, elf Prozent aller Pensionisten in Italien, profitieren, wie aus Angaben der Fürsorgeanstalt INPS/NISF hervorgeht. Renzi hegt auch Pläne, die Schwelle für die Steuerentlastung niedriger Pensionen anzuheben.

apa

stol