Montag, 4. April 2022

Italien fordert europäische Obergrenze für Gaspreise

Italien drängt die EU zur Festlegung eines Höchstpreises für Gas, über den die europäischen Betreiber nicht hinausgehen können. „Italien fordert, dass Europa eine Obergrenze für den Gaspreis festlegt“, sagte Außenminister Luigi Di Maio zum Abschluss des Treffens mit Kollegen aus Kroatien und Slowenien, das am Montag unweit von Zagreb stattfand.

Luigi di Maio (Mitte) mit Anze Logar (links) und Gordan Grlic Radman (rechts). - Foto: © ANSA / Alessandro Di Meo

Di Maio sprach sich für die Einrichtung eines EU-Hilfsfonds für die von der Energiekrise am meisten betroffenen Familien und Unternehmen.

Italien bezieht 45 Prozent seiner Gasimporte aus Russland. Zuletzt hat sich die Regierung von Premier Mario Draghi bemüht, die Energiepartnerschaften mit anderen Ländern auszubauen, unter anderem mit Algerien, Katar und Aserbaidschan. Die Regierung in Rom will noch diese Woche ein neues Maßnahmenpaket verabschieden, um die negativen Auswirkungen der hohen Energie-und Treibstoffpreise auf die Wirtschaft zu reduzieren.

Die russische Aggression gegen die Ukraine erfordere „erneute Aufmerksamkeit und ein konkretes Engagement zur Wahrung der Stabilität“ des westlichen Balkans, einer Region, die für die Sicherheit Europas „strategisch“ sei, sagte Di Maio laut Medienangaben vom Montag. Der Balkanraum sei aufgerufen, alle Anstrengungen zu unternehmen, „um die Spaltungen der Vergangenheit durch Fortschritte auf dem Weg der regionalen Versöhnung endgültig zu überwinden“.

Die „vollständige Integration“ dieser Region in die Europäische Union „muss das anzustrebende strategische Ziel bleiben“, so Di Maio. „Wenn die Europäische Union wirklich ein Global Player sein will, ist der Bau eines gemeinsamen europäischen Hauses mit der Aufnahme aller Balkanländer unerlässlich“, erklärte der Außenminister.

Laut Di Maio haben die EU-Ratspräsidentschaften Kroatiens im Jahr 2020 und Sloweniens im Jahr 2021 einen „wichtigen Beitrag“ in diese Richtung geleistet. Nun sei es notwendig, den Erweiterungsprozess auf dem Balkan durch „konkrete Fortschritte zu beschleunigen“, beginnend mit der sofortigen Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Albanien und Nordmazedonien.

apa/stol

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden