Wer in Italien mit dem Zug fährt, kommt an den „Frecce“ nicht vorbei. So heißen die Hochgeschwindigkeitszüge der Trenitalia, die fast jede größere Stadt des Landes miteinander verbinden. Nun greift der Konzern nach dem deutschen Markt. „Wir prüfen, unser Geschäft in Deutschland um den renditestarken Bereich der Hochgeschwindigkeitszüge zu erweitern“, bestätigte Stefano Donnarumma, Vorstandschef von Ferrovie dello Stato (FS), kürzlich dem „Handelsblatt“.<BR /><BR />Trenitalia ist über ihre Tochtergesellschaft Netinera bereits im Personennahverkehr in 14 deutschen Bundesländern aktiv. Nun plant der Konzern, bereits nächstes Jahr grenzüberschreitende Verbindungen zwischen Mailand und München anzubieten, die später bis nach Berlin verlängert werden sollen. Ab Dezember 2026 sollen Frecciarossa-Züge täglich von Mailand über Verona und Bozen ohne Umstieg in die bayerische Landeshauptstadt verkehren.<BR /><BR />Zusätzlich prüfen die Staatsbahnen eine Expansion innerhalb Deutschlands. Dass es dem Staatskonzern damit ernst ist, beweist eine Ausschreibung der Tochtergesellschaft Netinera, die bereits im Mai den Kauf von 50 Hochgeschwindigkeitszügen ausgeschrieben hat.<h3> DB hält Monopol beim Fernverkehr</h3>Anders als im Regionalverkehr hält die Deutsche Bahn mit den ICE-Zügen im Fernverkehr bislang ein faktisches Monopol. Lediglich Flixtrain mischt seit einigen Jahren auf ausgewählten Strecken mit – und plant ebenfalls eine weitere Offensive.<BR /><BR />Die italienischen Staatsbahnen könnten daher schon bald einen ernsthaften Konkurrenten darstellen. In anderen Ländern wie Spanien und Frankreich ist der Konzern bereits im Fernverkehr aktiv und dort hat sich gezeigt, wie stark der Wettbewerb die Preise unter Druck setzen kann: Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Barcelona fielen die Ticketpreise innerhalb weniger Jahre von 81 auf 46 Euro – ein Rückgang von fast 43 Prozent.<BR /><BR />Ob die „Frecce“ bald auch innerhalb Deutschlands unterwegs sein werden, hängt jedoch davon ab, ob auf den Strecken freie Kapazitäten verfügbar sind. Damit die Züge verkehren können, müssen entsprechende Trassen angemeldet werden, und diese sind laut Bahnexperten bereits jetzt rar.