Was der Verbraucherschutzverein Robin und Eurostat nach eigenen Angaben seit Jahren dokumentieren, werde nun auch von der italienischen Strom- und Gasaufsichtsbehörde Arera bestätigt. Im Jahresbericht 2025 komme die Behörde zum Schluss, dass Italien die höchsten Strompreise Europas aufweist. <BR /><BR />Für Robin fällt die Veröffentlichung zeitlich mit der Ablehnung eines Landtagsantrags zur Einrichtung einer eigenen Südtiroler Energiebehörde zusammen. Der Verein sieht darin die Bestätigung einer Entwicklung, die er seit Jahren kritisiert und in seinem Dossier „Südtiroler Strommarkt und Preise“ dokumentiert.<BR /><BR />„Haushalte und Betriebe zahlen deutlich mehr“<BR /><BR />Robin verweist auf jene Kennzahlen aus dem Arera-Bericht, die aus Sicht des Vereins die tatsächliche Belastung für Verbraucher und Unternehmen widerspiegeln:<BR /><BR /><embed id="dtext86-75456731_listbox" /><BR /><BR /><BR /><BR />Nach Ansicht von Robin bestätigen diese Zahlen frühere Analysen und Medieninformationen des Vereins – unter anderem zu steigenden Strompreisen, Fix- und PUN-Tarifen sowie zur Preisentwicklung für schutzbedürftige Haushalte.<h3> „Südtirol zahlt Gaspreise für Strom aus Wasserkraft“</h3>Die hohen Strompreise träfen nach Angaben des Vereins auch Südtirol. Obwohl das Land dank seiner Wasserkraft mehr Strom produziere, als es selbst verbrauche, sei Südtirol vollständig in das nationale Strompreissystem eingebunden. Der Strompreis orientiere sich am teuersten verfügbaren Kraftwerk – in Italien meist an Gaskraftwerken.<BR />Robin argumentiert deshalb, Südtirol bezahle faktisch Gaspreise für Strom, der aus heimischer Wasserkraft erzeugt werde.<h3> Kritik an Ablehnung einer eigenen Energiebehörde</h3>Scharfe Kritik übt der Verein an der Entscheidung der Südtiroler Landtagsmehrheit, einen Beschlussantrag zur Einrichtung einer eigenen Energiebehörde und einer eigenen Strom-Gebotszone abzulehnen.<BR />Nach Ansicht von Robin wäre dies eine Möglichkeit gewesen, die heimische Wasserkraft stärker im Interesse der Bevölkerung zu nutzen und den Strompreis vom nationalen Gaspreis zu entkoppeln. Mit der Ablehnung seien die hohen italienischen Strompreise für Südtirol weiter zementiert worden.<h3> Kritik auch an Arera</h3>Neben den strukturellen Problemen kritisiert Robin auch die italienische Regulierungsbehörde Arera. Der neue Präsident Nicola Dell'Acqua räume im Jahresbericht selbst ein, dass viele Familien im freien Markt nicht das günstigste Angebot, sondern die bekannteste Marke wählen.<BR />Für Robin ist dies ein Hinweis darauf, dass Verbraucher nicht ausreichend verständlich informiert würden und deshalb häufig teurere Tarife abschlössen.<h3> Die Forderungen des Vereins</h3><embed id="dtext86-75456732_listbox" /><BR /><h3> Andreaus: „Menschen zahlen weiter teuren Gasstrom“</h3>Deutliche Worte findet Walther Andreaus, ehrenamtlicher Geschäftsführer von Robin: „Es ist beschämend, dass im eigenen Land die Regierungsmehrheit die Vorteile des Gemeingutes Wasser bzw. Strom aus Wasserkraft in privatrechtliche Stromgesellschaften überführt, statt sie der Allgemeinheit – wie es bei Gemeingütern eigentlich vorgesehen wäre – nutzbar zu machen. So müssen die Menschen in Südtirol weiterhin teuren Gasstrom bezahlen, obwohl das Wasser vor der eigenen Haustür fließt. Und die hohen Stromrechnungen der Betriebe dürfen letztendlich auch die Verbraucher über höhere Preise der Waren und Dienstleistungen bezahlen.“