Börsianer führten die hohe Nachfrage auf den am Mittwoch anstehenden Drei-Jahres-Tender zurück, bei dem die Europäische Zentralbank (EBZ) die Banken voraussichtlich wieder mit mehreren hundert Mrd. Euro ausstatten wird. Dem Euro tat die weitere Entspannung am Rentenmarkt gut. Die Gemeinschaftswährung notierte mit 1,3450 Dollar rund einen halben US-Cent höher als am Vorabend in New York. Damit lag sie nur knapp unter dem Drei-Monats-Hoch von 1,3486 Dollar.„Eine weitere Welle positiver Nachrichten für Italien, das aus Sicht der Rentenmärkte in diesem Jahr eines der riskanteren ist“, erklärte ING-Stratege Alessandro Giansanti. Noch im November vorigen Jahres hatten Analysten befürchtet, die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone könnte ihren hohen Refinanzierungsbedarf nicht am Rentenmarkt stillen. Seit dem ersten ultralangen Geldgeschäft der EZB vor Weihnachten haben diese Befürchtungen aber nachgelassen. Offenbar kaufen vor allem italienische Banken wieder Staatsanleihen. Insgesamt hat Italien seit Jahresbeginn schon rund 46 Mrd. Euro aufgenommen. Das ist etwa die Hälfte des Refinanzierungsbedarfs über 90 Mrd. Euro, die zwischen Februar und April fällig werden.Vor allem längerlaufende Anleihen galten zuletzt als schwer verkäuflich. Am Dienstag bewies Italien aber, dass die Ladenhüter wieder attraktiv sind. Das Land brachte zehnjährige Anleihen im Volumen von 3,75 Mrd. Euro bei den Anlegern zu einem Zins von 5,5 Prozent unter. Vor einem Monat hatten die Investoren noch 6,08 Prozent gefordert. Auch bei den fünfjährigen Bonds gab der Zins auf 4,19 Prozent von zuletzt 5,39 Prozent nach. Das ist der niedrigste Stand seit Mai. Die Nachfrage überstieg das angebotene Volumen bei beiden Auktionen um je etwa das 1,4-Fache.Appetit am Rentenmarkt Am Rentenmarkt blieb der Appetit auf italienische Papiere auch nach der Versteigerung groß: die zehnjährigen Anleihen legten 58 Ticks auf 97,77 Punkte, die fünfjährigen 39 Ticks auf 103,04 Punkte. Die Renditen fielen entsprechend auf 5,35 (Vorabend 5,43) beziehungsweise 4,05 (4,14) Prozent.Spanische und portugiesische Papiere tendierten dagegen kaum verändert. Spanien wird am Donnerstag den Kapitalmarkt wieder anzapfen. Das Land hat wie Italien bisher in diesem Jahr kein Problem bei der Mittelaufnahme an den Märkten gehabt.Herabstufung Griechenlands sorgt für Schulterzucken Dass die Ratingagentur Standard & Poor's Griechenland als teilweise zahlungsunfähig eingestuft hat, sorgte dagegen nur noch für ein Schulterzucken. Das sei nach der Einigung auf einen Schuldenschnitt keine Überraschung mehr, sagte ein Händler. S&P hatte die Herabstufung im Jänner für den Fall einer Umschuldung bereits angekündigt. Ein zentrales Element des zweiten 130 Mrd. Euro schweren Rettungspakets ist, dass Banken, Versicherungen und Hedgefonds auf insgesamt 100 Mrd. Euro ihrer Forderungen verzichten. Die Ankündigung der EZB aufgrund der S&P-Entscheidung vorläufig griechische Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheit für Kredite an Banken zu akzeptieren, wurde an den Märkten als folgerichtig eingestuft.Händlern zufolge hat vor allem die Aussicht der Banken auf billiges Geld von der EZB die Märkte beruhigt. Ob der Euro am Mittwoch aber weiter von der Geldspritze profitieren kann, gilt als fraglich. „Die Umsätze sind sehr gering, viele warten im Moment ab“, erklärte ein Händler. Laut Reuters-Umfragen dürften die Banken noch einmal rund 500 Mrd. Euro abrufen.Sicherheit war am Dienstag weniger gefragt. Der Bund-Future notierte meist kaum verändert.apa/reuters