Freitag, 22. Mai 2020

Heftige Kritik an Österreichs Reisebeschränkungen

Aus Italien hagelt es weiter Kritik an Österreichs Reisebeschränkungen. Und auch Südtirol zeigt sich wenig begeistert von Kurz' Unnachgiebigkeit.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hält eine Grenzöffnung zu Italien für unverantwortlich.
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Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hält eine Grenzöffnung zu Italien für unverantwortlich. - Foto: © APA / HERBERT P. OCZERET
Nachdem Kurz am Freitag auf Facebook wieder für Urlaub in Österreich wirbt und sich weiter gegen eine Grenzöffnung nach Italien und auch nach Südtirol ausspricht, sind die Fronten verhärtet.

Landeshauptmann Arno Kompatscher wünscht sich eine europäische Initiative zur Lösung des Grenzstreits mit Österreich. Außerdem versuche man Österreich klar zu machen, dass Südtirol sicher ist und nicht vergleichbar mit anderen Regionen, wie etwa die Lombardei.

Kritisch zeigte sich Italiens Vizepräsidentin der italienischen Abgeordnetenkammer, Mara Carfagna. „Österreichs Kanzler Sebastian Kurz behauptet, dass Urlaub in Österreich sicher ist. Auch Urlaub in Italien ist sicher“, sagte Carfagna.

„Wir werden in der EU um das Recht der österreichischen Bürger kämpfen, Ferien am Meer und an unseren Stränden zu verbringen“, twitterte Carfagna, die der oppositionellen Partei Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi angehört.

Der italienische EU-Parlamentarier Massimo Salini warnte, dass Österreich die Solidarität unter EU-Mitgliedsstaaten und das Prinzip des freien Personenverkehrs untergrabe. „Kurz' Verhalten ist verantwortungslos, denn er verhindert den Dialog und die Zusammenarbeit am europäischen Tisch. Damit gefährdet er nicht nur den wirtschaftlichen Neustart, sondern auch den Halt Europas“, sagte Salini, Parlamentarier der Forza Italia. Salini kritisierte auch Tirols Verkehrspolitik, die Italien benachteilige, sowie Österreichs „Obstruktion“ gegen den deutsch-französischen Plan zum „Recovery Fund“.

Kritik kam auch von der italienischen Regierungspartei Italia Viva. „Bundeskanzler Kurz behauptet, dass die Wiederöffnung der Grenzen in Richtung Italien unverantwortlich ist. Wir denken, dass nationalistische Slogans ohne Vereinbarung einer europäischen Strategie für die Öffnung der europäischen Binnengrenzen verantwortungslos sind“, so der Europarlamentarier von Italia Viva, Nicola Danti via Twitter.

apa/stol