Dem Industrieministerium zufolge sind die Subventionen danach an die insgesamt vorhandene Kapazität der Kraftwerke gekoppelt. Das Dekret hat in den vergangenen Wochen immer wieder für Spannungen zwischen Wirtschaftsminister Paolo Romani und Umweltministerin Stefania Prestigiacomo gesorgt. Am Donnerstag wurde die neue Version verabschiedet.Brugger: Dekret ungünstig für Südtirol„Das geht alles in die Richtung, dass man die sogenannten ‚sauberen Energien‘ nicht in dem Ausmaß fördert, wie es in den letzten Jahren der Fall war. Vor allem betrifft das die Fotovoltaik-Anlagen“, erklärte Siegfried Brugger, SVP-Abgeordneten in Rom, gegenüber STOL.Laut Brugger würden die Förderungen eher zugunsten der Windkraft umgeschichtet und dabei die traditionelle Wasserenergie, die für Südtirol wichtig wäre, vernachlässigt. „Es ist grundsätzlich zu erwarten, dass wir mit den Förderungen, die wir für unsere kleinen und größeren Kraftwerke, die auf Wasserbasis funktionieren, bekommen, mit diesem Dekret insgesamt nicht gewinnen sondern velieren.“Erste ProtesteWegen der Kürzungen fordert eine Gruppe von internationalen Investoren nach eigenem Bekunden 500 Mio. Euro Schadenersatz vom italienischen Staat. Entsprechende rechtliche Schritte seien eingeleitet worden. Erklärtes Ziel der staatlichen Kürzungen ist die Eindämmung von Spekulationen.Wegen der staatlichen Förderung ist der italienische Markt für Solarzellen hinter Deutschland bislang der zweitgrößte der Welt. Die Solarbranche ist in beiden Ländern auf staatliche Unterstützung angewiesen, um mit herkömmlichen Stromquellen wie Atom- und Kohlekraftwerken konkurrieren zu können. Auch in Deutschland sollen aber die Subventionen gekürzt werden. Wie es der starken deutschen Solarbranche zuletzt erging, wird sich kommende Woche herausstellen: Dann legen eine Reihe deutscher Firmen ihre Bilanzen vor, etwa Solarworld, Q-Cells, SMA Solar und Phoenix Solar.stol/apa/reuters