Mittwoch, 11. August 2021

Italien: Logistikbranche schlägt wegen Mangel an Lkw-Fahrern Alarm

Italiens Logistikbranche schlägt wegen des Mangels an Lkw-Fahrern Alarm.

Italiens Logistikbranche schlägt wegen eines Mangels an Lkw-Fahrern Alarm. - Foto: © shutterstock

17.000 Lkw-Fahrer werden im Logistiksektor benötigt, bezifferte die Mailänder Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“ den Personalmangel in der Branche. Um diese Lücke zu schließen, fordern die Frächterverbände mehr Arbeitsgenehmigungen für Ausländer.

„Immer weniger junge Italiener wollen sich hinter das Steuer eines Lastwagens setzen. Warum sollte man es also nicht mit Ausländern versuchen, die in unserem Land Arbeit suchen?“, sagt der Frächterverband ANITA, der vom Südtiroler Logistik-Unternehmer Thomas Baumgartner geführt wird.

Baumgartner fordert, dass eine Quote der jährlich zugelassenen Einwanderer ausschließlich für Lkw-Fahrer reserviert werden soll.
In der Lombardei, Italiens Wirtschaftsmotor, wird das Problem bereits angegangen. Die Region Lombardei hat das Programm „Formare per Assumere“ (Ausbildung für Einstellung) ins Leben gerufen, das mit 5 Millionen Euro für Beiträge zur Ausbildung und Einstellung von Fachkräften ausgestattet ist.

Berufsbeiträge für Fahrer

Dazu gehören auch die Fahrer von Nutzfahrzeugen, die für den Lkw-Führerschein einen Berufsbeitrag erhalten. 8000 Euro sind für Logistikunternehmen vorgesehen, die neue Fahrer einstellen, 3000 Euro für jeden Arbeitnehmer, der einen Lkw-Führerschein erwerben möchte.

„Der Mangel an italienischen Lkw-Fahrern und an technischem Fachpersonal hat uns in den letzten Jahren dazu veranlasst, uns in Brüssel und in Rom für öffentliche Maßnahmen einzusetzen, um die hohen Ausbildungskosten zu senken“, erklärte Paolo Ugge, Präsident des Frächterverbands Fai Conftrasporto.

„Wir freuen uns, dass die Lombardei unseren Vorschlag unterstützt, der neue Arbeitsplätze für junge Menschen in einem so wichtigen Sektor wie Transport und Logistik schaffen wird“, hebt Uggè abschließend hervor.

apa/stol

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Sigmund Kripp
12. August 2021 06:15
Zwei Lösungsvorschläge, denn ich sehe, die Frächterbranche hat ein Problem und keine Köpfe, es zu lösen: 1.) Löhne kräftig erhöhen. 2.) Frachten auf den Zug. Ein Güterzug ladet 50 LKW-Ladungen, da werden viele Fahrer frei! Und im Zustellungsdienst vor Ort findet sich eher jemand, als für die Arbeit auf den Längenparkplätzen der stillstehenden Autobahnen....