Mittwoch, 30. November 2016

Italien: Nach Referendum droht ein Schuldenkollaps

Bei dem Referendum Ende der Woche in Italien geht es nicht nur um eine Verfassungsänderung. Ein Scheitern von Premier Renzi könnte die drittgrößte Euro-Volkswirtschaft an den Rand der Zahlungsunfähigkeit bringen – und die gesamte Wahrungsunion in Turbulenzen stürzen.

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An diesem Sonntag wird es eng für den italienischen Regierungschef Matteo Renzi – und seine Amtskollegen aus anderen Euro-Ländern zittern mit ihm.

Denn die Italiener stimmen nicht nur über eine Verfassungsänderung ab, mit der Parlaments-System und Regieren einfacher werden sollen.

Euro-Zone vor härtestem Test

Das Referendum könnte angesichts der miserablen Wirtschaftslage auch zu einer Abrechnung mit Renzi werden und die drittgrößte, hochverschuldete Volkswirtschaft der Euro-Zone in eine Regierungskrise stürzen – mit wohl dramatischen Folgen.

Schlittert Italien an den Rand der Staatspleite, droht eine Neuauflage der Staatsschuldenkrise samt Finanzmarktturbulenzen. Die Euro-Zone stünde vor ihrem härtesten Test – oder gar vor dem Aus.

Staatsschulden gehören zu den höchsten der Welt

In Umfragen liegen die Gegner der Verfassungsänderung vorn. Bei einem „Nein“ könnte Renzi seine Drohung wahr machen und abtreten.

Dann wären Neuwahlen möglich mit einem Triumph der populistischen Cinque-Stelle-Bewegung unter dem Ex-Komiker Beppe Grillo. Der stellt den Euro infrage. Aber nicht nur Grillo könnte die Staatsschulden Italiens in neue Höhen treiben.

Die liegen jetzt schon bei mehr als 130 Prozent der Wirtschaftsleistung und gehören zu den höchsten der Welt. Hinzu kommen angeschlagene Banken, die durch „faule“ Kredite belastet sind. Die Risikoaufschläge auf italienische Staatsanleihen sind zuletzt gestiegen.

dpa

stol