Dienstag, 10. Dezember 2019

Italien offen für Anreize zur Entflechtung von Staaten und Banken

Italien zeigt sich offen für neue Vorschläge, um Banken und Staaten im Euroraum krisenfester zu machen. Dabei geht es insbesondere um eine Entflechtung beider Seiten, da viele Institute stark in Anleihen ihres eigenen Landes engagiert sind.

Die italienischen Banken sollen vom Staat entflechtet werden.
Die italienischen Banken sollen vom Staat entflechtet werden. - Foto: © DLife/RB

Zwar wären Veränderungen bei der Risikogewichtung von Staatsanleihen schädlich und unangemessen, sagte Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri am Montag in Rom.

Aber es gebe eine Bereitschaft, Anreize zu diskutieren, damit Banken mehr in Titel anderer Staaten investierten. Dadurch könnten die Werkzeuge gegen Krisen besser harmonisiert werden.

Der Schuldenberg Italiens lag zuletzt bei rund 2,3 Billionen Euro. Heimische Banken haben in großem Umfang Schuldentitel ihres Landes in ihrem Portfolio und gelten daher bei neuen Krisen als besonders anfällig.

Italien steht Vorschlägen kritisch gegenüber, die Fortschritte bei der umstrittenen gemeinsamen Einlagensicherung in Europa damit zu verknüpfen, dass im Gegenzug Staatsanleihen mit Risikogewichten versehen werden.

Der regulatorische Umgang mit Staatsbonds steht seit der Euro-Schuldenkrise im Blickpunkt. Bisher werden Staatsanleihen als risikofrei bewertet. Banken müssen daher für ihr Engagement in solche Papiere kein Kapital hinterlegen.

Experten weisen aber schon seit längerem auf die Gefahren hin, wenn sich Institute stark mit Staatsanleihen ihres eigenen Landes eingedeckt haben. Denn dies könnte Finanzkrisen verschärfen und Banken sowie Staaten dann gleichermaßen destabilisieren.

apa/reuters

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