Dienstag, 14. Februar 2017

Italien peilt Staatshilfen für weitere Krisenbanken an

Italiens Regierung will nach der Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena zwei weiteren angeschlagenen Geldhäusern mit Milliarden helfen.

Nach der Banca Monte dei Paschi di Siena sollen 2 weitere Banken gerettet werden.
Nach der Banca Monte dei Paschi di Siena sollen 2 weitere Banken gerettet werden. - Foto: © LaPresse

Gespräche mit den europäischen Behörden über eventuelle staatliche Unterstützung im Volumen von 5 Mrd. Euro für die Banca Popolare di Vicenza und die Veneto Banca würden schon geführt, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Dienstag zu Reuters.

Es gehe um eine vorsorgliche Rekapitalisierung im Rahmen eines Modus, der es Euro-Zonen-Staaten erlaubt, Steuergelder in Banken zu pumpen, ohne gegen Regeln zu verstoßen, die staatliche Hilfen eigentlich verbieten. Die Gespräche befänden sich allerdings noch in einer sehr frühen, „embryonalen Phase“.

Sowohl die Banken als auch die Europäische Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) lehnten eine Stellungnahme ab.

Die Zeitung „Il Messaggero“ hatte zuvor berichtet, die beiden Banken hätten der EZB einen vorläufigen Fusionsplan vorgelegt. Der Entwurf sehe eine öffentliche Geldspritze zwischen vier und fünf Milliarden Euro vor.

EU-Wettbewerbshüter informiert

Auch die EU-Wettbewerbshüter seien informiert worden, um den Weg für ein Engagement des Staates freizumachen. Angestrebt werde zudem die Schaffung einer sogenannten Bad Bank, in der die faulen Kredite der Institute untergebracht werden sollen.

Im Dezember hatte die italienische Regierung einen Bankenhilfsfonds im Gesamtvolumen von 20 Milliarden Euro aufgelegt. Der Topf wurde angezapft, um die in Schieflage befindliche Monte dei Paschi di Siena zu retten.

apa/reuters

stol