Montag, 22. Juni 2020

Italien plant neues Konjunkturpaket gegen Wirtschaftskrise

Die italienische Regierung schnürt Insidern zufolge ein weiteres Konjunkturpaket im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise. Es soll zwischen 15 und 20 Milliarden Euro schwer sein, sagte ein Regierungsvertreter am Montag.

Das Finanzministerium schätzt, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um mindestens 8 Prozent schrumpfen wird.
Das Finanzministerium schätzt, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um mindestens 8 Prozent schrumpfen wird. - Foto: © shutterstock
„Wir müssen die Mittel aufstocken, um das Einkommen der vorübergehend entlassenen Arbeitnehmer aufzubessern und die lokalen Behörden zu unterstützen, deren Steuereinnahmen unter der Ausgangssperre gelitten haben“, sagte der Insider.

Das neue Paket, das vom Parlament gebilligt werden muss, soll durch zusätzliche Kredite finanziert werden. Dadurch dürfte der Schuldenberg des Landes von den derzeit angestrebten 155,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes auf 157 Prozent steigen. Die EU-Regeln sehen eigentlich eine Obergrenze von 60 Prozent vor, gegen die Italien aber schon lange verstößt. Das Finanzministerium lehnte eine Stellungnahme ab.

Das Finanzministerium schätzt, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um mindestens 8 Prozent schrumpfen wird. Um die Rezession abzumildern, hat Rom bereits Maßnahmen beschlossen, die die Neuverschuldung in diesem Jahr um 75 Milliarden Euro oder 10,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes hochtreiben dürfte. Vor dem neuen Konjunkturprogramm, das im Juli verabschiedet werden soll, hat Rom bis zu 180 Milliarden Euro an wirtschaftlicher Hilfe für Familien und Unternehmen zugesagt. Dazu gehören auch staatliche Garantien für Bankkredite.

apa/reuters

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