Mittwoch, 04. Dezember 2019

Italien plant Schritte gegen Nordtiroler Fahrverbote

Die italienische Regierung wird „alle nur möglichen Initiativen“ gegen die Nordtiroler Fahrverbote ergreifen. Dies berichtete die italienische Verkehrsministerin Paola De Micheli vor dem Parlament in Rom am Mittwoch nach ihrem Treffen mit der neuen EU-Verkehrskommissarin Adina Valean am Montag in Brüssel.

Die italienische Ministerin Paola De Micheli habe der EU-Kommission ein entsprechendes Schreiben übermittelt.
Die italienische Ministerin Paola De Micheli habe der EU-Kommission ein entsprechendes Schreiben übermittelt. - Foto: © AP / Virginia Mayo

Die italienische Ministerin erklärte, sie habe der EU-Kommission ein Schreiben übermittelt, in dem sich die Regierung in Rom wegen der Auswirkungen der Tiroler Fahrverbote auf den Brenner-Transit besorgt erklärt. Die italienische Regierung habe die EU-Kommission aufgefordert, über die Rechtskonformität der Tiroler Fahrverbote zu befinden. Die Verbote würden laut Italien gegen das Prinzip des freien Warenverkehrs verstoßen, sagte De Micheli vor dem Parlament.

Italien habe die EU-Kommission außerdem aufgefordert, sich dringend bei der Regierung in Wien einzuschalten. Sollte Österreich auf die umstrittenen Fahrverbote nicht verzichten, sollte die EU-Kommission sofort Maßnahmen ergreifen, forderte die sozialdemokratische Ministerin.
Die Ministerin handelt unter dem Druck der italienischen Frächterverbände.

Der Verband Conftrasporto hatte zuletzt Druck auf die Regierung in Rom für Initiativen auf europäischer Ebene gegen die Nordtiroler Fahrverbote gemacht. Laut dem Frächterverband überqueren 70 Prozent der Warenströme zwischen Italien und dem Rest Europas die Alpen. 84 Prozent des Warentransports über die Alpen erfolgen per Lkw.

psy