Montag, 27. April 2020

Italien: Produzenten gegen Fixpreis für Masken

Die Regierung in Rom will Preistreiberei bei Atemschutzmasken stoppen. Daher sollen einfache chirurgische Masken künftig nicht mehr als 50 Cent pro Stück kosten, sagte Premier Giuseppe Conte.

Kritik am Preis-Deckel für Masken in Italien.
Kritik am Preis-Deckel für Masken in Italien. - Foto: © BARBARA GINDL
Dies löste jedoch den Protest der Maskenproduzenten aus, laut denen der Preis zu niedrig zur Deckung der Kosten sei.

Die Regierung will Apotheken unter die Arme greifen, die Atemschutzmasken zu höheren Preisen als 50 Cent pro Stück erworben haben. Darauf einigte sich die Regierung mit dem Apotheker-Verband.
„Bei diesen Preisen werden mehrere italienische Unternehmen, die auf Produktion von Atemschutzmasken umgestellt haben, die Herstellung stoppen“, sagte die Vizepräsidentin des Handelsverbands Confcommercio, Donatella Prampolini.

In Zeiten der Coronavirus-Krise haben auch die klangvollsten Namen der italienischen Luxusindustrie ihre Produktion auf Atemschutzmasken umgestellt. Der Mailänder Luxuskonzern Prada hat 110.000 Atemschutzmasken für die Sanitäter der Region Toskana hergestellt. Das Material wird in einer Prada-Fabrik nahe Perugia hergestellt. Auch der Strumpfwarenhersteller Calzedonia gab bekannt, einige seiner Werkstätten zur Produktion von Atemschutzmasken zu nutzen.

Die italienische Textilgruppe Miroglio, die für ihre Mode im gehobenen Segment bekannt ist, hat seit einigen Wochen auf Kleiderproduktion verzichtet und stellt Mundschutzmasken her. 10.000 Stück wurden dem italienischen Zivilschutz bereits geliefert, die Produktion soll auf 600.000 aufgestockt werden. Eine Million Mundschutzmasken wurde bei dem Unternehmen inzwischen bestellt.

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apa

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