Dienstag, 12. Januar 2021

Italien: Restaurant-Inhaber protestieren gegen Anti-Covid-Auflagen

Die italienischen Restaurant-Inhaber fordern die Regierung in Rom heraus und planen eine Protestaktion.

Italiens Gastronomen reicht es.
Italiens Gastronomen reicht es. - Foto: © ANSA / ANGELO CARCONI
Angesichts der Pläne, ab kommendem Samstag Italienern zu verbieten, nach 18 Uhr Speisen in Bars und Lokalen abzuholen, kündigten Lokalinhaber Protestaktionen an. #ioapro (Ich öffne) lautet der Slogan einiger Inhaber, die am Freitag ihre Lokale trotz Verbots auch abends offen halten wollen.

Kunden werden aufgerufen, sich an die Tische der Restaurants zu setzen und Fotos mit den Lokalinhabern zu machen, die per Internet veröffentlicht werden sollen. So sollen sie ihre Solidarität mit den von der Pandemiekrise und den strengen Anti-Covid-Auflagen schwer belasteten Lokalinhaber ausdrücken.

Speisen sollen jedenfalls nicht serviert werden, um Strafen zu vermeiden. Organisiert wurde der Protest per Facebook von Maurizio Stara, Inhaber des Pubs „Redfox“ in Cagliari, der Hauptstadt Sardiniens. 50.000 Lokalinhaber wollen sich der Protestaktion anschließen.

Regionen fordern Abschaffung des Ampelsystems

Mehrere italienische Regionen fordern die Abschaffung des Ampelsystems, das für viel Verwirrung unter den Bürgern sorge. Vor allem für Lokale sei das häufige Umschalten von gelb auf orange und rot besonders problematisch.

Die Regionen forderten dringend zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen für die geschlossenen Lokale. Viele von ihnen konnten seit Beginn der 2. Epidemiewelle im Oktober nicht mehr öffnen.

„Niemand darf die Lage unterschätzen“

Der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza meinte, dass weitere Aufrlagen zur Eingrenzung der Epidemie notwendig seien. „Wir müssen eine unkontrollierte Steigerung der Infektionen verhindern. Niemand darf die Lage unterschätzen“, sagte der Minister.

Die Regierung befürchtet eine 3. Epidemiewelle. Regionenminister Francesco Boccia bestritt, dass das Ampelsystem nicht funktioniere, wie die Präsidenten einiger Regionen behaupten. „Es hat uns bereits 2 Mal vor einem neuen Lockdown gerettet“, sagte Boccia.


apa/stol