Mittwoch, 28. September 2016

Italien senkt Konjunkturprognose und hebt Defizitziel an

Die Regierung hat ihre Konjunkturprognosen gesenkt.

Matteo Renzi
Matteo Renzi

Sie rechnet nach Angaben von Dienstag für dieses Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent. Im April hatte sie noch ein Plus von 1,2 Prozent erwartet.

2017 soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur noch um 1,0 Prozent zulegen, nachdem bisher mit 1,4 Prozent kalkuliert wurde.

Zugleich rechnet die Regierung nun mit einem höheren Haushaltsdefizit. Dieses Jahr werde es bei 2,4 Prozent des BIP statt wie bisher geplant bei 2,3 Prozent liegen, 2017 bei 2,0 statt 1,8 Prozent. Die Regierung hat in den vergangenen Jahren mehrfach die Defizitziele angehoben, zuletzt im April. Italien macht eine Konjunkturflaute und eine Bankenkrise zu schaffen.

Diesmal möchte Ministerpräsident Matteo Renzi zudem die Ausgaben für den Flüchtlingszustrom und den Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben im August aus den EU-Defizitberechnungen heraushalten. Ansonsten könnte das tatsächliche Defizit im nächsten Jahr bei 2,4 Prozent liegen, wie er sagte.

Die neue Planung könnte Italien wieder Ärger mit der EU-Kommission einbringen. Sie hat Renzi wiederholt aufgefordert, an vereinbarten Fiskalzielen festzuhalten.

apa/reuters

stol