Um seine Anleihen zu verkaufen, muss Italien mittlerweile Rekordzinsen zahlen.China verfügt über Währungsreserven von 3,2 Bill. Dollar (2,35 Bill. Euro), ein Viertel davon laut Expertenschätzung in Euro. „Wir haben keine spezielle Hilfe von China verlangt“, versicherte Gentile italienischen Medienberichten zufolge. „Die Nachfrage nach Staatsanleihen läuft gut.“ Er ist Staatssekretär im Wirtschaftsministerium.In Regierungskreisen hieß es am Dienstag, es sei um die Beteiligung Chinas an der italienischen Industrie gegangen, „nicht um den Ankauf italienischer Staatsanleihen“. Ein Sprecher von Finanzminister Giulio Tremonti hatte zuvor bestätigt, dass dieser in der vergangenen Woche in Rom mit einer chinesischen Delegation zusammengetroffen sei, zu der auch der Chef des unabhängigen Investmentfonds CIC, Lou Jiwei, gehörte. Laut der „Financial Times“ ging es nicht nur um eine Beteiligung Chinas an strategisch wichtigen italienischen Unternehmen, sondern auch um den Kauf von Staatsanleihen. Marktgerüchten zufolge war China aber an Staatspapieren nicht interessiert.„China interessiert sich für die Familienjuwelen: Es will in den Umweltsektor investieren, in neue Technologien und vor allem in Mode und Haushalts-Design“, sagte der Mailänder Wirtschaftsprofessor Giuliano Noci der Nachrichtenagentur AFP. Peking habe einen Großteil seiner Währungsreserven in Dollar angelegt und suche nun nach weiteren Anlagemöglichkeiten auch in Italien.Hilfe für die Schuldenländer Europas könnte von der Gruppe der Schwellenländer kommen, zu der neben China auch Indien, Brasilien, Russland und Südafrika gehören. Die Gruppe werde sich in der kommenden Woche in Washington treffen und dort beraten, wie sie der EU bei der Bewältigung der Schuldenkrise helfen könne, sagte der brasilianische Finanzminister Guido Mantega in Brasilia.Italien wurde seine am Dienstag angebotenen Staatsanleihen alle los – die Zinsen, die die Investoren dafür verlangten, stiegen aber auf Rekordhöhe. Der Zinssatz für Papiere mit einer Laufzeit von fünf Jahren sprang von 4,93 auf 5,60 Prozent und damit so hoch wie noch nie seit Bestehen der Eurozone. Insgesamt verkaufte die Regierung neue Anleihen für fast 6,5 Milliarden Euro.Italien steht unter starkem Druck der Märkte und hat daher Sparmaßnahmen beschlossen. Der zweite Sparplan der italienischen Regierung in diesem Jahr sieht bis zum Jahr 2013 Einsparungen im Haushalt in Höhe von 54,2 Milliarden Euro vor. Der Parlamentsbeschluss steht noch aus. apa/afp