Dienstag, 01. März 2016

Italien treibt 14,9 Milliarden Euro von säumigen Steuerzahlern ein

Die italienische Steuerbehörde hat im vergangenen Jahr 14,9 Mrd. Euro von mutmaßlichen Steuerbetrügern eingetrieben. Wie die Behörde am Dienstag mitteilte, handelt es sich um einen neuen Rekord.

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Ihren jetzigen Erfolg führt die Steuerbehörde auch auf eine neue Strategie zurück: 2015 versandte sie Schreiben an 315.000 Steuerpflichtige, in denen diese aufgefordert wurden, mögliche „Fehler oder Versehen“ schnell zu berichtigen. Im Gegenzug wurden ihnen verringerte Bußgelder in Aussicht gestellt.

156.000 Bürger gingen auf das Angebot ein und überwiesen insgesamt 250 Millionen Euro.

2014 hatte Italien 14,2 Mrd. Euro an nicht gezahlten Steuern einkassiert. Die jetzige Summe bedeutet demnach eine Steigerung um mehr als das Dreifache im Vergleich zu den Zahlen von vor einem Jahrzehnt.

Steuerhinterziehung durch Privatpersonen und Unternehmen gilt als eines der größten Probleme der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone. Im vergangenen Jahr schätzte die Regierung, dass dem italienischen Staat dadurch jedes Jahr Einnahmen in Höhe von 90 Mrd. Euro durch die Lappen gehen.

Der Unternehmerverband Confindustria schätzte den Ausfall für 2015 im Dezember sogar auf 122 Mrd. Euro, etwa 7,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

apa

stol