Samstag, 30. Juli 2016

Italien und Irland sind Sorgenkinder beim Banken-Stresstest

Das italienische Institut Monte dei Paschi und zwei irische Banken haben beim europaweiten Banken-Stresstest ihren Ruf als Sorgenkinder untermauert. Monte Paschi schnitt von den 51 geprüften Geldhäusern am schlechtesten ab, und fiel als einziges durch, wie die EU-Bankenbehörde EBA am Freitagabend mitteilte.

Das älteste Geldhaus der Welt ist in schweren Nöten
Das älteste Geldhaus der Welt ist in schweren Nöten - Foto: © LaPresse

Die Bank aus Siena hat aber kurz vor der Bekanntgabe der Ergebnisse einen Rettungsplan vorgelegt. Den vorletzten Platz belegte die irische Allied Irish Bank (AIB), gefolgt von der Raiffeisen Zentralbank (RZB) aus Österreich und der Bank of Ireland.

Die Banken mussten beim Stresstest simulieren, wie stark ihre Kapitalquoten bei einer neuen Finanz- und Wirtschaftskrise zusammenschmelzen würden. Von den neun geprüften deutschen Instituten schnitt die Commerzbank am schlechtesten ab. Sie kam im Stress-Szenario auf eine harte Kernkapitalquote von 7,4 Prozent. Die Deutsche Bank lag mit 7,8 Prozent in der Bundesrepublik auf dem vorletzten Platz.

Die italienischen Banken schieben Schätzungen zufolge faule Kredite von 360 Milliarden Euro vor sich her und stehen deshalb besonders unter Druck. Als schwächstes Institut entpuppte sich – wie beim vorangegangenen Test 2014 – Monte Paschi.

Dieses Mal kam die älteste Bank der Welt bei einer simulierten Krise auf eine Kapitalquote von minus 2,4 Prozent. Die Bank hat sich nach eigenen Angaben aber bereits eine fünf Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung gesichert. Zudem will sie mit Segen der Europäischen Zentralbank (EZB) ihre faulen Kredite losschlagen.

apa/reuters

stol