Dienstag, 20. Oktober 2020

Italien unterzeichnet Dekret für Abbau von Monte-Paschi-Krediten

Die italienische Regierung treibt die Pläne zur Privatisierung der Krisenbank Monte Paschi di Siena (MPS) voran. Premier Giuseppe Conte unterzeichnete am Montagabend ein Dekret, nach dem das Wirtschaftsministerium Monte Paschi beim Abbau eines Bergs von 8,1 Milliarden Euro an faulen Krediten helfen kann. Dies soll mit einer Auslagerung der Problemkredite erfolgen.

8,1 Milliarden Euro an faulen Krediten soll  die MPS abbauen.
8,1 Milliarden Euro an faulen Krediten soll die MPS abbauen. - Foto: © APA/afp / GIUSEPPE CACACE
Das Dekret erlaubt dem Wirtschaftsministerium, nach der Auslagerung die Staatsbeteiligung von 68 Prozent an der Bank zu veräußern. Bis Mitte 2022 muss Monte Paschi nach den Vorgaben der EU wieder privatisiert werden.

Die Unterzeichnung des Dekrets trieb am Dienstag die MPS-Aktie an der Mailänder Börse in die Höhe. Das Papier legte um 2,46 Prozent auf 1,16 Euro zu.

In Rom kursieren Gerüchte, wonach die MPS von der Bank-Austria-Mutter UniCredit übernommen werden könnte. Vergangene Woche wurde der Ex-Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan zum neuen Aufsichtsratspräsidenten der UniCredit ernannt.

Der 70-jährige Padoan hatte 2017 als Wirtschaftsminister maßgeblich die Verstaatlichung der MPS organisiert. Die älteste Bank der Welt wurde mit einem acht Milliarden Euro schweren Rettungspaket der Regierung vor dem Zusammenbruch bewahrt.

apa

Schlagwörter: