2013 werde sein Haushalt strukturell ausgeglichen sein, nominal allerdings wegen der jahrelangen Rezession noch negativ ausfallen. Dieses Jahr rechnet Grilli mit einem Defizit – gemessen am Bruttoinlandsprodukt – von 2,6 Prozent. Die Rezession und die Erdbeben in Norditalien im Frühjahr hätten die Aufgabe noch schwieriger gemacht: „Das hilft nicht gerade.“Grilli ergänzte, Italien müsse, anders als es optimal wäre, die Steuern anheben, um die Haushaltsziele zu erreichen. Steuerflucht werde zudem stärker bekämpft. Das Land, das in den vergangenen Jahren das Vertrauen vieler Investoren verloren hat und wesentlich höhere Zinsen bei der Ausgabe neuer Staatsanleihen zahlen muss, reformiere zudem sein Rentensystem, stelle alle Ausgaben auf den Prüfstand und friere die Gehälter der Staatsbediensteten ein. Auch Privatisierungen stünden noch viele Jahre auf dem Programm. Problematisch seien die Bemühungen allerdings, weil sie sozial sein müssten und die Unternehmen mehr Probleme als in anderen EU-Ländern hätten, an Kredite zu kommen.Regierungschef Mario Monti hat viele unpopuläre Maßnahmen durchgesetzt und kann sich dennoch in Umfragen über eine relativ breite Zustimmung freuen. Allerdings ist die Arbeitslosenquote mit rund elf Prozent so hoch wie noch nie seit Beginn der monatlichen Erhebungen im Jahr 2004.apa