Freitag, 07. Februar 2020

Italien will Airbnb regulieren

Gegen das Phänomen des Massentourismus denkt die italienische Regierung an ein Gesetz, mit dem die Zahl der Wohnungen, die an Touristen vermietet werden dürfen, eingeschränkt wird.

Airbnb belastet den Wohnungmarkt.
Airbnb belastet den Wohnungmarkt. - Foto: © APA (AFP/Symbolbild) / LIONEL BONAVENTURE

Ziel ist zu vermeiden, dass hunderte Wohnungen in den Zentren italienischer Städte vermietet werden und Hotels Kunden verlieren.

Tourismus- und Kulturminister Dario Franceschini will eine Höchstzahl an Wohnungen einführen, die man als „Bed&Breakfast“ oder als Ferienwohnung mit günstigen Steuersätzen vermieten kann. Damit will man auch Betrieben Schranken setzen, die unzählige Wohnungen kaufen, um sie an Touristen zu vermieten. Dies vertreibt immer mehr Bewohner von den Stadtkernen. Der begünstigte Steuersatz für Ferienwohnungen sollte lediglich für Personen dienen, die maximal drei Wohnungen vermieten, berichtete die römische Tageszeitung „Il Messaggero“ (Freitagsausgabe).

Bürgermeister sollen mehr Kompetenzen bei der Vergabe von Lizenzen für die Vermietung von Ferienwohnungen in den Stadtkernen erhalten. Das Wachstum der Internet-Anbieter müsse in geordnete Bahnen gelenkt werden, lautet das Vorhaben der italienischen Regierung. Das Geschäft mit der Vermietung von Ferienwohnungen beträgt in Italien laut Schätzungen 16 Milliarden Euro.

„Man müsste eine zeitliche Grenze für die an Touristen vermittelten Wohnungen setzen. Zum Beispiel könnte man die Regel einführen, dass man lediglich 100 Tage im Jahr an Touristen vermieten darf. Damit wäre es günstiger, Wohnungen längerfristig zu vermieten. Wir wollen ein dementsprechendes Gesetz der Region Venetien und der Regierung in Rom vorschlagen, damit es zu einer Lösung kommt“, sagte kürzlich der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro.

Venedig und Florenz haben sich vor Kurzem der Kampagne 10 europäischer Großstädte angeschlossen, um von der EU strengere Regeln für die US-Plattform Airbnb zu verlangen. Ziel sei es, die Zahl der an Touristen vermittelten Wohnungen einzuschränken und die Stadtkerne vor dem Massentourismus zu retten.

apa