Donnerstag, 28. Mai 2020

Italien will Mailänder Börse vor Übernahme schützen

Italien will Insidern zufolge die Mailänder Börse, Medienunternehmen und Schlüsselbranchen vor ungewünschten Übernahmen durch Ausländer schützen.

Italien will die Mailänder Börse vor einer Übernahme schützen.
Italien will die Mailänder Börse vor einer Übernahme schützen.
Ein entsprechendes Dekret solle bei einer Kabinettssitzung am Donnerstagabend verabschiedet werden, sagten 2 mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Mailänder Börse gehört der Londoner Börse LSE. Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer hatte Interesse an einer Übernahme gezeigt, sollte sich die London Stock Exchange (LSE) im Zuge ihrer 27 Milliarden Dollar (25 Milliarden Euro) schweren Fusion mit dem Datenanbieter Refinitiv von ihrem Italien-Geschäft trennen wollen. Die LSE lehnte eine Stellungnahme zu den Plänen der italienischen Regierung ab. LSE-Chef David Schwimmer hatte öffentlich erklärt, die Mailänder Börse stehe nicht zum Verkauf.

Den Plänen zufolge soll die Regierung in Schlüsselbranchen wie Medien, Energie, Transport und Finanzplattformen spezielle Prüfrechte erhalten. Im April hatte Italien bereits ein Sondergesetz verabschiedet, dass es dem Land erlaubt, bis Ende 2020 die Übernahme von Unternehmen in Schlüsselbranchen zu blockieren.

apa/reuters