Mittwoch, 23. November 2016

Italienische Banken geraten unter die Räder

Die Angst der Anleger vor dem Verfassungsreferendum in Italien Anfang Dezember ist am Mittwoch erneut hochgekocht. Der italienische Bankenindex verlor drei Prozent, der Mailänder Aktienindex fiel um 1,4 Prozent. Am härtesten traf es Banco Popolare di Emilia und Mediobanca, die jeweils rund 4,5 Prozent abgaben. Auch Banco Popolare, BP Milano und UniCredit fielen um bis zu 3,5 Prozent.

Die Angst der Anleger vor dem Verfassungsreferendum in Italien Anfang Dezember ist am Mittwoch erneut hochgekocht.
Die Angst der Anleger vor dem Verfassungsreferendum in Italien Anfang Dezember ist am Mittwoch erneut hochgekocht. - Foto: © shutterstock

Ministerpräsident Matteo Renzi will am 4. Dezember über Einschränkungen bei der Rolle des Senats und Zuständigkeiten der Regionalregierungen abstimmen lassen. Allerdings wächst bei Investoren die Sorge, dass sich nach Großbritannien auch eine möglicherweise neue rechtsgerichtete Regierung in Italien für einen Ausstieg aus der Europäischen Union stark machen könnte.

300 Milliarden faule Kredite

Die italienischen Banken sitzen auf einem rund 300 Mrd. Euro hohen Berg fauler Kredite. Um ihre Kapitalreserven für künftige Krisen aufzufüllen, planen mehrere Institute Kapitalerhöhungen. So benötigt Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS), das älteste Geldhaus der Welt, rund 5 Mrd. Euro zusätzlich. Die laufende EZB-Prüfung zu den Krediten der Bank werde im ersten Halbjahr 2017 erwartet, teilte das Institut mit. Die Aktien fielen um 3,5 Prozent.

apa/reuters

stol