Dienstag, 16. Juni 2015

Italienische Banken stark an nächster EZB-Geldspritze interessiert

Die italienischen Banken werden bei der nächsten längerfristigen Kreditlinie der EZB voraussichtlich kräftig zugreifen.

Die EZB in Frankfurt - Archivbild
Die EZB in Frankfurt - Archivbild - Foto: © shutterstock

Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge werden die Institute am Donnerstag rund 14,4 Mrd. Euro bei der Europäischen Zentralbank (EZB) abrufen. Die Kalkulation basiert auf Daten, die 15 größere Geldhäuser des EU-Landes vorgelegt haben.

Damit würden sich diese fast 30 Prozent der gesamten Kreditlinie sichern, die von Experten auf rund 50 Mrd. Euro geschätzt wird. Den größten Batzen unter den italienischen Banken dürfte Intesa Sanpaolo mit rund fünf Milliarden Euro ordern, gefolgt von der Banco Popolare mit rund 3,2 Mrd. Euro.

Im März war die Nachfrage bei der jüngsten EZB-Kreditlinie – im Fachjargon TLTRO genannt – noch fast doppelt so hoch ausgefallen.

Dass der Appetit der Banken nun voraussichtlich nachlässt, dürfte auch mit dem im März angelaufenen Staatsanleihen-Kaufprogramm der EZB zusammenhängen. Sie pumpt Monat für Monat massiv Liquidität in den Markt, womit die Banken weniger stark auf die TLTRO angewiesen sind.

apa/reuters

stol