Samstag, 14. März 2015

Italienische Post geht noch heuer an die Börse

Die italienische Regierung bestätigt Pläne für eine Teilprivatisierung der Post. Die Börsennotierung wurde von Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan nach Medienangaben bestätigt.

Die Post, Italiens größter Arbeitgeber, wird mit circa elf Milliarden Euro bewertet.

Spitzenfunktionäre des Wirtschaftsministeriums berieten dieser Tage mit dem CEO der Poste Italiane, Francesco Caio, und den Beratern Lazard und Rothschild über die Teilprivatisierung.

Diese soll jetzt beschleunigt werden, nachdem im Dezember ein neuer, fünfjähriger Entwicklungsplan der Post vorgestellt wurde. Ziel ist es, spätestens im Herbst den Börsengang unter Dach und Fach zu bringen. Ein 40-prozentiger Anteil soll an die Börse gebracht werden, was bis zu fünf Milliarden Euro in die Staatskasse spülen soll. 

Digitale Zahlungsformen groß geschrieben 

Um sich börsenfit zu machen, startet die italienische Post mit der Umsetzung eines ambitionierten Diversifizierungsplans. Das Unternehmen peilt nicht nur einen 30-prozentigen Marktanteil im Paketversand an, es will sich auch als Plattform für digitale Zahlungsformen etablieren und in diesem Bereich mit 16 Millionen Kredit -und Geldkarten eine führende Rolle in Italien spielen.

Drei Milliarden Euro sollen in Infrastruktur und digitale Plattformen investiert werden. Weitere 500 Millionen Euro sollen für die Modernisierung der Postfilialen ausgegeben werden. 

Kürzungen stehen bevor

Der neue Entwicklungsplan der Post sieht auch Kürzungen vor. Das Unternehmen will nämlich 455 Filialen schließen und weitere 609 umstrukturieren. Damit würde die Zahl der Postfilialen Italien-weit auf 13.000 schrumpfen. So manche Postfiliale in kleineren Gemeinden soll nur jeden zweiten Tagen aufsperren.

Die italienische Regierung will ihren Privatisierungsplan beschleunigen. Die zwölf Milliarden Euro an Privatisierungserlösen, die eigentlich für 2014 eingeplant waren, sollen nun heuer erzielt werden.

Auf dem ambitionierten Privatisierungsfahrplan des Regierungschefs stehen auch noch die Flugaufsichtsbehörde Enav und der staatliche Exportrückversicherer Sace.

Die Beschleunigung des Privatisierungsprogramms von Premier Matteo Renzi erfolgt auch auf Druck der EU-Kommission. Diese fordert von Rom einen zügigen Abbau der Gesamtverschuldung, die inzwischen 133 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht.

Mit den Privatisierungen versucht Renzi, sich das Plazet Brüssels für seine expansive Wirtschaftspolitik zu sichern.

apa

stol