Montag, 28. September 2015

Italienische Post ist bei Börsengang bis zu 11 Mrd. Euro wert

Die italienische Post wird nach Einschätzung einer Bank bei ihrem Börsengang mit bis zu 11,4 Milliarden Euro bewertet werden. Die Mindestschätzung liegt bei 8,95 Milliarden Euro, wie aus einer Studie der Banca IMI hervorgeht. Das Geldhaus gehört zu einer Reihe von Finanzinstituten, die das 153 Jahre alte Unternehmen mit Sitz in Rom demnächst an die Mailänder Börse bringen sollen.

Poste Italiane ist mit 143.000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Land.

Das Unternehmen dürfte nach Berechnungen der IMI von 2015 bis 2019 eine Dividende von insgesamt 2,4 Milliarden Euro abwerfen. Dies entspreche einer Ausschüttungsquote von 61 Prozent. Der Konzern könne sich vor allem auf seine Finanz- und Versicherungsdienstleistungen stützen, die 85 Prozent der Umsätze ausmachten.

Zu den Risiken zählten dagegen hohe Restrukturierungskosten und ein möglicher Widerstand der Gewerkschaften, die eine Kehrtwende im traditionellen wenig profitablen Briefgeschäft verhindern könnten. Außerdem könnte der italienischen Post ein möglicherweise schwächeres Wirtschaftswachstum zusetzen.

Ab dem 12. Oktober sollen die Aktien angeboten werden, wie zwei mit dem Vorhaben vertraute Personen vor kurzem sagten. Der erste Handelstag sei für Ende Oktober oder Anfang November geplant. Die Regierung will bis zu 40 Prozent der Poste Italiane an die Börse bringen und damit bis zu vier Milliarden Euro erlösen. Es wäre die größte Privatisierung in Italien seit einem Jahrzehnt.

Die Regierung will mit der Privatisierung staatlicher Unternehmen den Schuldenberg des Landes von etwa zwei Billionen Euro angehen. Bisher gehört die Post mit einem Umsatz von fast 30 Milliarden Euro komplett dem Staat. Es wird erwartet, dass 2016 auch ein Teil der italienischen Bahn an die Börse kommt.

Die EU-Kommission und der Internationale Währungsfonds haben Italien aufgefordert, die Privatisierungen zu beschleunigen.

apa

stol