Freitag, 24. April 2020

„Italienische Regierung in der Planung immer schwächer“

Jeder Tag, der vergeht, an dem nicht alle Wirtschaftssektoren arbeiten können, sei ein großer Schaden für die Südtiroler Wirtschaft, sagte Wirtschaftslandesrat Philipp Achammer im Rahmen der Vollversammlung des lvh am Freitagabend. „Es muss uns ermöglicht werden, in allen Sektoren die Arbeit wieder aufnehmen zu können.“

Philipp Achammer: „Wir wollen endlich in allen Sektoren wieder arbeiten.“
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Philipp Achammer: „Wir wollen endlich in allen Sektoren wieder arbeiten.“ - Foto: © DLife/Multari
Die wichtigste Grundlage für das Überleben der Handwerksbetriebe sei geschaffen, sage lvh-Präsident Martin Haller bei der lvh-Versammlung, die via Videokonferenz abgehalten wurde: „Seit Montag darf der Großteil der Sektoren wieder arbeiten und damit ist ein essentieller Schritt zur Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen und sozialen Lebens erfolgt.“

„Rezession bis spätestens im Winter“

Sorgen bereitet Haller die Zukunft: „Der lange Stillstand und die wirtschaftliche Unsicherheit haben vielfach die Aufträge einbrechen lassen. Während in dieser ersten Arbeitswoche nahezu alle Unternehmen enthusiastisch ihre liegen gebliebenen Arbeiten wieder aufgenommen haben und bis in den Sommer hinein mit diesen Aufträgen beschäftigt sein werden, befürchte ich eine Rezession spätestens im Winter. Covid-19 hat auch den Tourismus sehr hart getroffen, sodass vielzählige Umbau-, Ausbau- oder Neuprojekte komplett storniert worden sind. Diese fehlenden Aufträge werden wir erst noch zu spüren bekommen.“

Die ersten Hilfsmaßnahmen der Südtiroler Landesregierung dienten dazu, den Unternehmen Liquidität zu verschaffen und Zeit zu gewinnen. „Wir wissen natürlich, dass das nicht reicht“, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher. Daher werde man in einem zweiten Moment ein Konjunkturpaket auf die Beine stellen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Auch werde die öffentliche Hand mehr investieren und auch für Private Anreize zum Investieren schaffen.

„Handwerk ein maßgeblicher Sektor für Wiederaufbau“

Südtirol sei Triple AAA, sagte Kompatscher. „Wir haben die Kraft, das zu schaffen.“ Das Handwerk werde dabei ein maßgeblicher Sektor sein, um die Wirtschaft in Südtirol wiederaufzubauen.

„Wir wollen endlich in allen Sektoren wieder arbeiten, natürlich unter peinlich genauer Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen“, forderte Wirtschaftslandesrat Philipp Achammer in Richtung Rom. Jeder Tag, der vergehe, an dem man nicht arbeiten könne, sei ein großer Schaden für die Südtiroler Wirtschaft.

„Unternehmer brauchen endlich eine Perspektive“

„Die Regierung in Rom wird in der Planung immer schwächer“, sagte Achammer. Wenn es beispielsweise Österreich möglich sei, ein Datum zu nennen, an dem die einzelnen Sektoren wieder die Arbeiten aufnehmen können, dann müsste das doch auch in Italien möglich sein, so Achammer.

Die Ungewissheit sei ein großes Problem, da die Unternehmen eine Perspektive brauchten. Zudem: „Wenn sich die Aufträge von unseren Unternehmen weg an andere Unternehmen ins Ausland verlagern, dann ist das für Südtirol fatal.“

sor