Freitag, 02. Februar 2018

Italienische Regierung investiert kräftig in Roms Filmstadt Cinecitta

Nach über 3.000 Filmen, mehreren legendären Mammutproduktionen und einer fast 80-jährigen Geschichte kehren die römischen Filmstudios Cinecitta nach einer gescheiterten Privatisierung wieder in die öffentliche Hand zurück. 60 Millionen Euro investiert die Regierung im Zeitraum bis 2019, berichtete Kulturminister Dario Franceschini laut Medienangaben.

Cinecittá soll nach der Privatisierung wieder zur öffentlichen RAI kommen.
Cinecittá soll nach der Privatisierung wieder zur öffentlichen RAI kommen. - Foto: © LaPresse

Geplant ist der Bau neuer Studios für internationale Produktionen. Hinzu soll noch bis Ende 2018 ein Filmmuseum eingeweiht werden, in dem auch Ausstellungen organisiert werden. „In den letzten 20 Jahren hat die Privatisierung von Cinecitta nicht funktioniert. Daher haben wir beschlossen, die Filmstudios mithilfe der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI wieder zurückzuerwerben. Mit RAI arbeiten wir an einem Entwicklungsplan, der zum Neustart der italienischen Filmindustrie beitragen soll“, berichtete der Kulturminister. Er zeigte sich überzeugt, dass Cinecitta in wenigen Jahren zurück zu seinen „goldenen Zeiten“ finden werde.

Am Ort, an dem legendäre Filme wie „Ben Hur“ und „Quo Vadis“ entstanden sind, herrscht reger Betrieb. Demnächst beginnen die Dreharbeiten für die TV-Serie „Der Name der Rose“ des italienischen Regisseurs Giacomo Battiato mit John Turturro und Rupert Everett. RAI-Fiction ist Koproduzent. Netflix und Paramount wollen in Cinecitta ebenfalls einige Serien drehen. Ähnliche Pläne hegt der italienische Oscar-Preisträger Paolo Sorrentino. Er will einen Teil der zweiten Staffel seiner TV-Serie „The Young Pope“ („Der junge Papst“) in Cinecitta realisieren.

Cinecitta erlebte in der Zeit von 1955 bis 1975 ihren Höhepunkt. Die 70er-Jahre und der Fernsehboom stürzten die Kinoindustrie aber in die Krise. Die weitgehende Privatisierung 1997, nach der der Staat nur noch 25 Prozent an dem Komplex besaß, führte nicht zu den erhofften Resultaten.

apa

stol