Samstag, 28. Dezember 2019

Italienische Regierung will Alitalia nicht verschleudern

Die italienische Regierung will die krisengeschüttelte Fluggesellschaft Alitalia weder verschleudern, noch verschenken. „Wir sind fest entschlossen, Alitalia zu umstrukturieren, um sie dann am Markt anzubieten“, sagte der italienische Premier Giuseppe Conte am Samstag in Rom.

Conte hofft auf "Marktlösung" für Alitalia.
Conte hofft auf "Marktlösung" für Alitalia. - Foto: © APA (AFP/Symbolbild) / ALBERTO PIZZOLI

Conte erklärte sich zuversichtlich, dass eine „Marktlösung“ für die Alitalia noch möglich sei. Der parteilose Premier erklärte sich überzeugt, dass die EU-Kommission dem neuen Überbrückungskredit im Wert von 400 Mio. Euro Grünes Licht geben wird, mit dem die italienische Regierung die Alitalia bis zum Verkauf über Wasser halten will.

Die italienische Regierung hat sich eine sechsmonatige Frist für die Veräußerung der Alitalia gesetzt. Sollte bis Ende des ersten Halbjahres 2020 kein Käufer für die Fluggesellschaft gefunden werden, wird diese geschlossen, hatte der italienische Industrieminister Stefano Patuanelli kürzlich betont. Die Regierung hofft, dass eine Holding mit den italienischen Staatsbahnen (FS - Ferrovie dello Stato) an der Spitze die Alitalia übernehmen könne. Als Partner aus der Luftfahrtbranche kommen laut dem Minister die AUA-Mutter Lufthansa oder Air France-KLM in Frage. Eine Zerstückelung der Alitalia, um den Verkauf zu erleichtern, schließt die Regierung aus.

Am 21. November war eine schon sieben Mal verlängerte Frist zur Rekapitalisierung der seit Mai 2017 insolventen Airline abgelaufen. Eigentlich sollten die italienischen Staatsbahnen mit dem Infrastrukturkonzern Atlantia und der US-Gesellschaft Delta Airlines ein Konsortium für die Übernahme bilden. Vierter Partner wäre das italienische Finanzministerium geworden.

apa