Mittwoch, 09. September 2020

Italienischer Staat will sich nur befristet an Alitalia beteiligen

Der italienische Staat wird sich nicht unbefristet am Kapital der neugegründeten Alitalia beteiligen. Nach der Umsetzung einer ersten Phase des Entwicklungsplans soll der Staat aus der Airline aussteigen, berichtete die italienische Verkehrsministerin, Paola De Micheli, bei einer Fragestunde vor dem Parlament in Rom am Mittwoch.

Die italienische Fluggesellschaft macht seit 2002 keinen Profit mehr. Seit 2017 ist das Unternehmen insolvent.
Die italienische Fluggesellschaft macht seit 2002 keinen Profit mehr. Seit 2017 ist das Unternehmen insolvent. - Foto: © ANSA / Redazione Telenews / Z31
Die neue Alitalia mit staatlicher Beteiligung, die in den nächsten Wochen mit einem Startkapital von 20 Millionen Euro aus der Taufe gehoben werden soll, wird einen 5-jährigen Entwicklungsplan entwerfen. Damit sollen neue Luftfahrtallianzen gefördert und Jobs gerettet werden. „Wir sind überzeugt, dass Alitalia wieder Gewinne schreiben kann“, erklärte die sozialdemokratische Ministerin.

Die Aussichten der Luftfahrtbranche seien wegen der Coronavirus-Pandemie und der Wirtschaftskrise unsicher. Gerechnet wird mit einer leichten Erholung auf dem italienischen Markt in den nächsten Monaten, sagte die Ministerin. In dem von der Coronavirus-Krise belasteten ersten Halbjahr 2020 hat Alitalia einen Verlust von 427 Millionen Euro gemeldet. Das sind 250 Millionen Euro mehr als im Vergleichszeitraum 2019. 3,6 Millionen Passagiere gingen in den ersten 6 Monaten dieses Jahres an Bord von Alitalia-Maschinen, das sind 65 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2019.

Die italienische Fluggesellschaft macht seit 2002 keinen Profit mehr. Zahlreiche Versuche, einen privaten Käufer zu finden, scheiterten. Das Unternehmen ist seit 2017 insolvent. Der Staat hatte dem Unternehmen in jüngerer Zeit bereits Überbrückungskredite in Milliardenhöhe gewährt.

apa

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