Freitag, 26. Februar 2021

Italiens Bahnen denken an Hochgeschwindigkeitslinie Venedig-Ljubljana

Die italienischen Staatsbahnen (FS – Ferrovie dello Stato) führen Gespräche, um ihr Know-how im Hochgeschwindigkeitsbereich nach Slowenien zu exportieren. So sind Verhandlungen mit den slowenischen Staatsbahnen (SZ) für eine Bahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Venedig und Ljubljana im Gange, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“ (Freitagsausgabe).

Die italienischen Staatsbahnen wollen auch in Frankreich im Hochgeschwindigkeitsbereich Fuß fassen.
Die italienischen Staatsbahnen wollen auch in Frankreich im Hochgeschwindigkeitsbereich Fuß fassen. - Foto: © ANSA
Die geplante Bahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke Venedig-Triest sollte dem Plan zufolge bis Ljubljana verlängert werden. Auf der Strecke soll der FS-Spitzenzug „Frecciarossa 1000“ fahren, berichtete das Blatt. Zwischen 2004 und 2008 verkehrte ein Zug von Venedig über Ljubljana nach Budapest. Er wurde jedoch im April 2008 eingestellt.

Die italienischen Staatsbahnen planen in den nächsten 5 Jahren, 20 Prozent ihres Umsatzes im Ausland zu erwirtschaften. Vorgesehen ist die Emission neuer Anleihen im Wert von insgesamt 2,9 Milliarden Euro, um die internationale Wachstumsstrategie zu finanzieren.

Auch in Frankreich und Spanien Fuß fassen

Die italienischen Staatsbahnen wollen auch in Frankreich im Hochgeschwindigkeitsbereich Fuß fassen. So soll ab dem vierten Quartal 2021 ein Frecciarossa-Zugpaar auf der Strecke Mailand-Lyon-Paris verkehren. FS will außerdem 2 zusätzliche Zugpaare auf der stark rentablen Strecke Lyon-Paris einsetzen. „Italiens Hochgeschwindigkeitssystem ist ein Vorbild auch im Ausland. Unser Know-how wird in Großbritannien besonders geschätzt“, sagte FS-Chef Gianfranco Battisti.

Die Italiener planen Anfang 2022 den Einstieg in Spanien ein. 23 Speedzüge, die eine Geschwindigkeit von bis zu 360 Stundenkilometern erreichen können, sollen in Italien gebaut und nach Spanien geliefert werden. Der Auftragswert aus Spanien beträgt circa 800 Millionen Euro. Die Züge werden von den Konzernen Bombardier Transportation und Hitachi Rail gebaut. Die Hochgeschwindigkeitszüge werden 84-mal täglich auf den Strecken Madrid-Barcelona, Madrid-Valencia, Alicante-Madrid und Malaga-Sevilla verkehren.

Die spanische Infrastrukturbehörde hatte den Italienischen Staatsbahnen 2019 den Auftrag erteilt, sich ab Jänner 2022 um die Strecken Madrid-Barcelona, Madrid-Valencia, Alicante-Madrid und Malaga-Sevilla zu kümmern. Die Strecken werden FS zusammen mit der spanischen Regionalfluggesellschaft Air Nostrum betrieben.

apa