Nach einem Absturz um fast 9 Prozent am Donnerstag verlor der Titel an der Mailänder Börse bis Freitagvormittag weitere 4 Prozent auf 2,805 Euro je Aktie. Hintergrund sind Kommentare eines Politikers der rechtspopulistischen Lega, der einen radikalen Kurswechsel für das Geldhaus fordert. Die Lega und die Fünf-Sterne-Bewegung haben sich nach wochenlangem Taktieren am Freitag auf einen Regierungsvertrag geeinigt, ein Regierungschef fehlt aber noch.Die Geschäftsführung von MPS sollte gefeuert und die Pläne zur Privatisierung verworfen werden, hatte Claudio Borghi, ein wirtschaftspolitischer Sprecher der Lega, am Donnerstag gesagt. Der scheidende Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan sagte daraufhin, diese Bemerkungen seien „sehr ernst“, weil sie „unmittelbar eine Vertrauenskrise“ ausgelöst und zu Kursverlusten geführt hätten.Italiens älteste Bank aus Siena in der Toskana war 2016 mit Staatsgeldern gerettet worden, als Folge ist der italienische Staat mit fast 70 Prozent größter Aktionär. Die EU-Kommission hatte der Rettung mit der Auflage zugestimmt, dass MPS zu einem späteren Zeitpunkt verkauft werde. „Wir werden nach Brüssel gehen und diesen Plan neu diskutieren“, sagte Borghi dazu. Die Entlassung von MPS-Chef Marco Morelli bezeichnete er als „fast natürlich“, da dieser von einer Regierung bestellt worden sei, die aus dem Amt scheide.Der riesige Berg an faulen Krediten gilt als das Hauptproblem des Geldhauses. Für das erste Quartal 2018 präsentierte MPS vergangene Woche allerdings unerwartet schwarze Zahlen. In den Monaten Januar bis März sei unter dem Strich ein Gewinn von 188 Millionen Euro übrig geblieben, teilte die drittgrößte italienische Bank mit.dpa