Die Bonitätsexperten senkten ihre Bewertung am Freitag auf „BBB-“ von „BBB“ und verpassten der Regierung von Ministerpräsident Renzi damit einen schmerzhaften Rückschlag.Renzi hatte sein Amt im Februar mit ehrgeizigen Reformversprechen angetreten, konnte das Land jedoch nicht aus der Rezession befreien. Die neue Bewertung ist nur noch eine Stufe vom „Ramsch“-Status entfernt, der Anleihen als spekulativ einstuft.Viele Großanleger wie Pensionsfonds dürfen nicht in spekulative Anleihen investieren. Deshalb ist die Unterscheidung von großer Bedeutung und eine weitere Herabstufung könnte dazu führen, dass Italien künftig höhere Zinsen zahlen muss. S&P bezeichnete den Ausblick für die Bonitätsbewertung jedoch als stabil und signalisierte damit, dass auf absehbare Zeit keine weitere Herabstufung zu erwarten sind.Schwache Wirtschaftsleistung, dürftige Wettbewerbsfähigkeit S&P begründete den Schritt mit einer schwachen Wirtschaftsleistung und einer dürftigen Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Beides erschwere die Finanzierung des hohen und weiter anschwellenden Schuldenbergs. S&P geht davon aus, dass die italienische Wirtschaft 2015 um lediglich 0,2 Prozent zulegt und in dem Zeitraum von 2014 bis 2017 im Durchschnitt nur 0,5 Prozent pro Jahr.Im Juni war die Agentur noch von einem Durchschnittswachstum von 1,0 Prozent ausgegangen. Die italienische Wirtschaftsleistung dürfte in diesem Jahr bereits das dritte Mal in Folge abnehmen.Einige Analysten zeigten sich überrascht von der Herabstufung, weil die Hoffnung auf Staatsanleihenkäufe durch die Europäische Notenbank (EZB) am Finanzmarkt die Renditen italienischer Schuldenpapiere auf ein Rekordtief gedrückt hat. S&P prognostizierte aber ein deutliches Anwachsen des Schuldenbergs in den kommenden Jahren. Das Finanzministerium in Rom lehnte eine Stellungnahme zu der Herabstufung ab.Die Probleme Italiens wurden zusätzlich dadurch unterstrichen, dass S&P die Bewertung von Irland gleichzeitig auf „A“ anhob. Irland war noch tiefer in die Schuldenkrise gerutscht als Italien, aber die Wirtschaft verzeichnet mittlerweile wieder ein solides Wachstum. S&P erklärte, sie lobe die überzeugenden irischen Pläne zur Sanierung des Haushalts.apa/dpa