Donnerstag, 08. Oktober 2020

Italiens Frächter kritisieren Corona-Reisewarnungen

Der italienische Frächterverband Conftrasporto teilt die Sorgen der Wirtschaftskammerpräsidenten von Tirol, Salzburg, Vorarlberg, sowie des Handelskammerpräsidenten von Südtirol, die aufgrund der aktuellen Corona-Reisewarnungen einen „Hilferuf aus den Alpen“ gestartet haben.

Italiens Frächter sprechen sich gegen Reisebeschränkungen aus.
Italiens Frächter sprechen sich gegen Reisebeschränkungen aus. - Foto: © shutterstock
Italien wäre das Land, das mehr als alle anderen durch Einschränkungen bei der Reisefreiheit im Alpenraum benachteiligt sein würde, hieß es in einem Schreiben des Frächterverbandes. Die Schäden für Italiens Wirtschaftssystem, das ohnehin unter den Folgen des monatelangen Lockdowns und der Coronakrise schwer leidet, wären im Fall von Reise-Einschränkungen besonders groß.

Conftrasporto rief die Regierung in Rom auf, Druck auf Brüssel auszuüben, um zu verhindern, dass „übereilte Beschlüsse“ Italien benachteiligen. Italien sei das einzige EU-Land, dessen Frächter die Alpen überqueren müssen, um die europäischen Märkte zu erreichen. Von der Reisefreiheit hänge Italiens Wettbewerbsfähigkeit ab.

„Die aktuelle Corona-Politik in Europa bringt für unsere Länder massive existenzielle Bedrohungen und gefährdet letzten Endes nicht nur die Tourismuswirtschaft, sondern sämtliche regionalen Wirtschaftskreisläufe“, hatten die Wirtschaftskammerpräsidenten von Tirol, Salzburg, Vorarlberg sowie des Handelskammerpräsidenten von Südtirol am Mittwoch Alarm geschlagen. Die Präsidenten Christoph Walser (WK Tirol), Hans Peter Metzler (WK Vorarlberg), Peter Buchmüller (WK Salzburg) sowie Michl Ebener (Handelskammer Südtirol) kritisierten die aktuelle Corona-Politik in Europa, die unterschiedlichen Maßnahmen der europäischen Staaten und die „inzwischen ausufernden Reisewarnungen“. STOL hatte berichtet.

apa/stol