Donnerstag, 06. Februar 2020

Italiens Frächter loben Contes Einsatz gegen Nordtirols Fahrverbote

Der italienische Frächterverband begrüßt die Aussagen von Premier Giuseppe Conte, der sich um ein Treffen mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zur Bewältigung der Probleme rund um die Nordtiroler Lkw-Fahrverbote bemüht. „Die Frage des Brennertransits ist nicht nur eine Verkehrsproblematik, sie betrifft die gesamte italienische Wirtschaft“, kommentierte der Verband Conftrasporto.

Ministerpräsident Antonio Conte hat den SVP-Senatoren – im Bild Julia Unterberger – auf eine Anfrage zum Lkw-Fahrverbot in Nordtirol geantwortet.
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Ministerpräsident Antonio Conte hat den SVP-Senatoren – im Bild Julia Unterberger – auf eine Anfrage zum Lkw-Fahrverbot in Nordtirol geantwortet.
Der Vizepräsident des Verbands, Paolo Uggé, forderte Conte auf, seinen Druck auf die EU-Kommission zu verschärfen. „Trotz der Initiativen der italienischen Regierung verliert die EU-Kommission zu viel Zeit. Auf dem Spiel steht die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten italienischen Wirtschaft“, so Uggé.

Anfrage der SVP-Senatoren beantwortet

Bei der Fragestunde im Senat erklärte Ministerpräsident Conte am Donnerstag, er bemühe sich um ein Treffen mit Kurz, um gemeinsam ein abgestimmtes Vorgehen zur Verringerung des Warenverkehrs auf dem Brennerkorridor zu erreichen. Damit beantwortete Conte eine Anfrage, die die SVP-Senatoren eingereicht hatten. Conte wurde in der Anfrage ersucht, hinsichtlich der Entlastung des Brennerkorridors tätig zu werden.

„Der Brennerkorridor ist eine der bedeutendsten strategischen Straßenverbindungen Italiens: Der Transport von etwa 45 Millionen Tonnen Waren, der derzeit pro Jahr über diese Achse läuft, macht mittlerweile rund 30 Prozent des gesamten Nord-Süd-Verkehrs über den Alpenbogen aus. Leider steht diese wichtige Verkehrsinfrastruktur inzwischen kurz vor einem Kollaps – mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die Lebensqualität in den angrenzenden Gemeinden“, schreibt die SVP-Senatorin Julia Unterberger, Vorsitzende der Autonomiegruppe im römischen Senat, in einer Presseaussendung.

„Nur gemeinsame Strategie aller Anrainerstaaten sinnvoll“

Die Lösung könne nur in einer gemeinsamen Strategie aller Anrainerstaaten bestehen, die darauf abzielt, den Großteil des Warentransportes von der Straße auf die Schiene zu verlegen. „Italien, Österreich und Deutschland müssen gemeinsam an einem Strang ziehen und eng mit den europäischen Institutionen, sowie den angrenzenden Lokalkörperschaften zusammenarbeiten“, so Unterberger.

apa

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