Montag, 18. Mai 2020

Handel und Gastronomie: Südtirol noch strenger als der Staat

In ganz Italien sind Handel und Gastronomie nun in die Phase 2 eingetreten. Mit dem Ministerialdekret DPCM vom 17. Mai 2020 wurden die Rahmenbedingungen auf Staatsebene geschaffen – und diese präsentieren sich weniger streng als jene, die im Landesgesetz für Südtirol festgelegt wurden. Hierzulande gelten aber trotzdem weiterhin die Vorgaben der Landesregierung.

Während im restlichen Italien in der Gastronomie eine einfache Schutzmaske ausreicht, müssen in Südtirol FFP2-Masken getragen werden.
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Während im restlichen Italien in der Gastronomie eine einfache Schutzmaske ausreicht, müssen in Südtirol FFP2-Masken getragen werden. - Foto: © APA/afp / OLIVIER MORIN
In einer Pressemitteilung weist der Handels- und Dienstleistungsverband (hds) ausdrücklich darauf hin, „dass aktuell nach wie vor das Südtiroler Landesgesetz vom 8. Mai mit all seinen Sicherheitsvorkehrungen seine Gültigkeit hat und angewandt wird und nicht die Bestimmungen des Staates.“

Der Verband setzt sich hierbei jedoch für eine Änderung ein. „So wie es sich jetzt herausstellt, sind die staatlichen Regelungen weniger streng als die Südtiroler Maßnahmen: So plädieren wir für die sofortige Anpassung. Ziel soll es sein, die Kosten für die Betriebe so gering wie möglich zu halten und trotzdem alle gesundheitlichen Vorkehrungen zu garantieren“, betont hds-Präsident Philipp Moser. Das könnte mit einer Verordnung des Landeshauptmanns, die sofort in Kraft tritt, gelöst werden.



Die staatlichen Regelungen sehen folgende Vereinfachungen vor: In der Gastronomie gilt der Abstand von einem Meter (nicht 2 Meter), und das Servicepersonal muss keine FFP2-Masken tragen. Im Handel hingegen braucht es im Kassenbereich keine Schutzvorrichtungen: Hier gelten Masken oder Visiere als Schutzeinrichtung.

Präsident Moser sendet in diesem Zusammenhang noch eine Botschaft in Richtung Gewerkschaften: „Diese hatten in den letzten Tagen und Wochen immer wieder den Alleingang Südtirols kritisiert und dagegen Stimmung gemacht, u.a., weil dieser zu risikoreich sei oder wegen Sicherheitsbedenken. Nun stellt sich nach einer ersten Analyse heraus, dass Südtirol genauer und penibler die Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat als der Staat. All diese Sorgen und Bedenken waren fehl am Platz.“

stol

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