Donnerstag, 02. April 2020

Italiens Industrie rechnet mit einem Minus von 15 Prozent

Die Industrieproduktion in Italien dürfte dem führenden Branchenverband zufolge wegen der Coronavirus-Krise im 2. Quartal um bis zu 15 Prozent einbrechen.

Confindustria-Präsident Vincenzo Boccia.
Confindustria-Präsident Vincenzo Boccia. - Foto: © ANSA / Alessandro Di Marco
Bereits im ersten Vierteljahr habe es wohl einen Rückgang von 5,4 Prozent zum Vorquartal und damit das größte Minus seit 11 Jahren gegeben, erklärte der Industrieverband Confindustria.

Wegen der massiven Beschränkungen des öffentlichen Lebens sei allein im März die Industrieproduktion im Vergleich zum Februar um 16,6 Prozent gesunken. Das wäre der schlimmste Einbruch seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1960, warnte der Verband. Und die Aussichten würden sich noch mehr eintrüben.

In Italien weitet sich das Haushaltsdefizit des Staatssektors im März auf 32,2 Milliarden Euro aus. Im Vorjahresmonat waren es noch 20,34 Milliarden Euro. Das Finanzministerium führt dies auch auf geringere Steuerzahlungen infolge der Coronavirus-Krise zurück.

Der Handelsverband Confesercenti rechnet mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) bis Ende 2020 von 9 Prozent. Der von der italienischen Regierung bis 13. April verlängerte Lockdown werde das Land 8,5 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung kosten. Damit werde der Konsumrückgang 35 Milliarden Euro betragen. Sollte der Lockdown über die Frist des 13. Aprils verlängert werden, könnten die Schäden noch akuter sein, warnte der Verband. Es könnte zu einem Konsumrückgang in der Größenordnung von 83 Mrd. Euro kommen. Dies würde einem BIP-Minus von 9 Prozent entsprechen.

Der Handelsverband warnte, dass tausende Kleinunternehmen nicht mehr in der Lage sein könnten, den Betrieb aufzunehmen. Daher sei eine kräftige Liquiditätsspritze notwendig. Die italienische Regierung arbeitet an einem 2. Hilfspaket in der Größenordnung von 25 Milliarden Euro zur Stützung der Wirtschaft. Das Paket sollte noch vor Ostern verabschiedet werden, verlautete aus Regierungskreisen.
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apa

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