Montag, 24. August 2020

Italiens Industrielle befürchten Verlust von einer Million Jobs

Die italienischen Industriellen befürchten den Verlust von einer Million Jobs infolge der Coronavirus-Krise in Italien. „Die Gefahr massiver Jobverluste ist konkret. Eine Million verlorener Jobs ist eine realistisch Zahl. Die Regierung hat keine Perspektiven. Der Markt ist versteinert“, kritisierte Industriellenchef Carlo Bonomi im Interview mit der Tageszeitung „La Stampa“ am Montag.

Tausende Italiener sorgen sich aufgrund der Krise um ihre Jobs.
Tausende Italiener sorgen sich aufgrund der Krise um ihre Jobs.
Gegen massive Arbeitslosigkeit müsse das System des Sozialschutzes in Italien neu organisiert werden. „Das fordern wir schon seit Juli, doch jetzt ist es schwieriger, diesen Plan umzusetzen, weil wertvolle Zeit bereits verloren worden ist“, sagte Bonomi. Bei der italienischen Industrieproduktion sei es zu einem zehnprozentigen Rückgang gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 gekommen.

Bonomi rief Industrielle, Gewerkschaften und Politik zu einem „Großen Pakt für Italien“ auf. Ziel sei es, gemeinsam für den Neustart des Landes zu arbeiten. „Wir müssen mit nationaler Kohäsion zusammenarbeiten, weil wir alle im selben Boot sitzen“, sagte Bonomi. Er warnte vor der Gefahr einer irreversiblen Krise im Land.

Bonomi teilt nicht den Optimismus von Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri, der nach einem massiven Einbruch der Wirtschaft mit einer Erholung im dritten Quartal rechnet. Im 2. Quartal war die Wirtschaftsleistung des von der Coronavirus-Pandemie schwer getroffenen Landes nach Schätzungen der Statistikbehörde Istat um 12,4 Prozent geschrumpft. „Ich verstehe den Wirtschaftsminister, der zu Optimismus aufruft. Doch leider fehlt das Vertrauen im Land“, sagte Bonomi.

apa