Montag, 04. Mai 2020

Italiens Industrielle warnen vor „sozialem Kollaps“

Während Italien seit Montag die Ausgangssperre leicht gelockert hat, warnen die Industriellen vor der Gefahr eines „sozialen Kollaps“ ab kommendem Herbst. Die Regierung habe zwar Stützungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt, mit denen die Italiener vielleicht bis zu 3 Monate weitermachen könnten, es fehle jedoch an Investitionen in das Produktionssystem.

Am Montag startete Italien in Phase 2.
Am Montag startete Italien in Phase 2. - Foto: © APA (AFP) / FILIPPO MONTEFORTE
„Die italienische Regierung verteilt Gelder, die sie auf Kredit nimmt. Damit kann man 1, 2, oder 3 Monate weitermachen. Wenn das Geld zu Ende geht, ohne dass in der Zwischenzeit in das produktive System investiert wurde, wird die Situation jedoch dramatisch“, sagte der Chef des Industriellenverbands Confindustria, Carlo Bonomi, im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“.

„Wenn dies die Strategie der Regierung ist, kann es zu einem einzigen Ergebnis kommen: Die Explosion eines wahren sozialen Notstands schon ab September oder Oktober“, warnte Bonomi. Er forderte Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und leichteren Zugang zur Liquidität.

Starker Rückgang der Industrieproduktion

Italiens Industrieproduktion sank im April um 26,1 Prozent gegenüber März. Im März war die Industrieproduktion bereits gegenüber Februar um 25,5 Prozent rückgängig. Die Lockerung der Ausgangssperre ab dem heutigen Montag werde jedoch nicht zu einem raschen Neustart führen.

Die Familien werden weiterhin den Konsum drosseln und aus Sorge um die Zukunft weiterhin sparen, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Confindustria-Studie. Die Auslandsnachfrage sei wegen der Coronavirus-Krise in Europa rückgängig und die Perspektiven in Zusammenhang mit der Sanitären Krise seien ungewiss.

apa

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