Sonntag, 13. November 2016

Italiens Justiz will Prozess gegen 30 Bankenmanager beantragen

Die italienische Justiz will einen Prozess gegen 30 Manager und Filialdirektoren der Pleitebank Etruria beantragen. Sie werden des schweren Betrugs beschuldigt, lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft der toskanischen Stadt Arezzo.

Auf 30 Manager der Banca Etruria könnte ein Prozess zukommen. - Archivbild
Auf 30 Manager der Banca Etruria könnte ein Prozess zukommen. - Archivbild - Foto: © LaPresse

Laut den Staatsanwälten sollen die Angeklagten die Bankenkunden in die Irre geführt und sie bewogen haben, Anleihen zu erwerben, die eigentlich für institutionelle Kunden bestimmt waren. Dadurch sollen die unwissenden Bankenkunden schwere Schäden erlitten haben, berichtete die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Sonntag.

Regierung startete Rettungsmechanismus

Tausende italienische Kleinsparer hatten wegen der Krise der Bank ihre Ersparnisse verloren, die 2015 dank eines Eingriffs der Regierung gerettet werden konnte. Für einen Eklat sorgte der Fall eines Pensionisten aus der mittelitalienischen Stadt Civitavecchia, der infolge der Pleite der Bank von Etruria die Ersparnisse seines Lebens – rund 100.000 Euro – verloren hatte.

Die italienische Regierung hatte 2015 einen Rettungsmechanismus verabschiedet, mit dem notleidende Kredite von vier Pleite-Banken, darunter der Bank Etruria, in Höhe von insgesamt 8,5 Mrd. Euro ausgegliedert und in eine neue Bad Bank transferiert wurden. Die vier Institute wurden rekapitalisiert und sollen jetzt verkauft werden. Zu den Interessenten zählt die börsennotierte italienische UBI Banca.

Geldstrafen bereits verhängt

Italiens Notenbank hatte im vergangenen März Geldstrafen gegen 27 Personen in Zusammenhang mit der Pleite der Bank Etruria verhängt. Die Strafen in Höhe von 2,2 Mio. Euro wurden unter anderem gegen Manager des Geldhauses verhängt.

Darunter die beiden Verwaltungsratspräsidenten und gegen den ehemaligen Vizepräsidenten Pier Luigi Boschi, Vater der Reformministerin Maria Elena Boschi, einer engen Vertrauten von Premier Matteo Renzi. Die Regierung richtete einen mit 100 Mio. Euro dotierten Solidaritätsfonds zur Entschädigung der Kleinsparer ein.

apa

stol