Mittwoch, 08. Juni 2016

Italiens Luftfahrtbehörde ENAV geht im Juli an die Börse

Im Kampf gegen die ausufernde Verschuldung startet die Regierung in Rom mit einer großen Privatisierung.

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Im Juli will das Kabinett die zivile Luftfahrtbehörde ENAV an die Börse bringen. Ein 49-prozentiger Anteil soll an die Börse gehen, berichtete ENAV-Chefin Roberta Neri vor dem italienischen Parlament am Mittwoch. Mitarbeitern der Gesellschaft soll eine Quote vorbehalten werden.

Der Börsengang werde nach dem Referendum in Großbritannien erfolgen, sollten es die Marktbedingungen erlauben, erklärte Neri. Der Staat erhofft sich von der ENAV-Teilprivatisierung Einnahmen bis zu 800 Millionen Euro.

ENAV hatte im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn von 66,1 Millionen Euro verzeichnet. Das waren 65 Prozent mehr als 2014. Der Umsatz erhöhte sich um 1,7 Prozent auf 850 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 8,6 Prozent auf 243 Millionen Euro zu. Das Wirtschaftsministerium ist der einzige Aktionär der Behörde.

Mit der Privatisierung will die Regierung die Verschuldung von circa 130 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) drücken. Voriges Jahr hatte die Regierung von Premier Matteo Renzi die italienische Post teilprivatisiert und an die Börse gebracht. Im kommenden Jahr sollen die Staatsbahnen (FS) teilprivatisiert werden. Auch will die Regierung den Verkauf staatlichen Immobilienvermögens beschleunigen.

apa

stol